Berlin - Vier Wochen nachdem Diebe in Berlin-Neukölln mehrere Stolpersteine aus den Gehwegen herausgebrochen und gestohlen haben, wurde der erste Metall-Quader am Montagmittag in einer Zeremonie ersetzt. Weitere Neuverlegungen sind für Dienstag und Mittwoch geplant.

Man habe mit dem schnellen Ersatz ein Zeichen gegen diejenigen setzen wollen, die das friedliche Zusammenleben im Bezirk und die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten stören wollen, sagte Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) bei der feierlichen Zeremonie. Der Initiator der Aktion, der Künstler Gunter Demnig, hatte die Steine neu gefertigt.

Die neuen Steine erhalten ein Betonfundament, um mögliche Diebstähle in Zukunft zu verhindern. Die rasche Neuanfertigung der Stolpersteine wurde durch viele Spenden möglich, über 10000 Euro gingen beim Bezirksamt Neukölln ein.

Suche nach Tätern dauert an

Bisher blieb die Suche nach den Tätern, bei denen die Polizei ein politisches Motiv vermutet, erfolglos. Auch die entwendeten Steine sind bisher nicht wieder aufgetaucht.

Die Steine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, meist an in Konzentrationslager deportierte Juden. Sie sind an vielen Orten in die Bürgersteige eingesetzt, direkt vor Häusern, in denen die Menschen einst gewohnt haben. (BLZ mit dpa)