Zwei Kinder haben am Montagnachmittag vom Balkon einer Wohnung in Neukölln geschossen und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Passant hatte die Beamten alarmiert, weil er beobachtete hatte, wie die beiden Jungen auf dem Balkon mit Pistolen herumfummelten und mehrfach in die Luft schossen. Ein Richter ordnete telefonisch die Durchsuchung der Wohnung an.

Als die Polizei an der Wohnung in der Wildenbruchstraße eintraf, öffnete ihnen die 34-jährige Mieterin. Auch die beiden Kinder, die geschossen hatten, befanden sich noch in der Wohnung – es handelte sich dabei um die beiden 12 und 13 Jahre alten Söhne der Frau. Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten fünf Schreckschusswaffen, mehrere hundert Patronen Schreckschussmunition und neun illegale Böller. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt und Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetzt eingeleitet.

Schüsse auf Polizeiwagen

Ebenfalls in Neukölln schossen Jugendliche mit Schreckschusswaffen gezielt auf Streifenwagen. Drei junge Leute feuerten am Neujahrsabend auf ein Auto, in dem zwei Polizisten saßen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Angreifer standen den Angaben zufolge in einer Gruppe von rund zwanzig Jugendlichen, die die Schützen laut angefeuert haben sollen.

Die Kollegen seien zunächst weiter gefahren und hätten Verstärkung angefordert. Als sie zusammen mit einer weiteren Streifenwagen-Besatzung zurückkehrten, wurden beide Autos beschossen. Dabei geriet ein in der Nähe parkender Wagen in Brand. Die Besatzungen der beiden Polizeiautos brachten sich zunächst in Sicherheit.

Die Polizei schickte daraufhin weitere Verstärkung an den Tatort in der Sonnenallee. Als die eintraf, waren die Täter und die umstehenden Jugendlichen weg. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, an den Polizeiwagen entstand kein Schaden. (BLZ/dpa)