Die Herrfurthstraße im Neuköllner Schiller-Kiez sah wüst aus am Freitagmorgen: ausgebrannte Autos, rußverschmierte Löschschaum-Reste, rot-weißes Flatterband der Polizei. Unbekannte haben in der Nacht zu Freitag mehrere Lieferfahrzeuge des dort ansässigen Burger-Restaurants Schillerburger angezündet. Die Polizei vermutet einen linksextremistischen Hintergrund, der Staatsschutz ermittelt.

Ein Passant alarmierte gegen 4.50 Uhr die Feuerwehr, nachdem er Flammen an zwei Firmen-Smarts gesehen hatte. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr griff das Feuer auf einen VW Touran, einen Mitsubishi Colt und einen Renault Twingo über. Der Renault wurde nur leicht beschädigt, die übrigen vier Fahrzeuge brannten komplett aus.

„Von den eigenen Leuten angegriffen“

Weil die Fassade des Restaurants zudem mit Parolen wie „Ratten Inside“ und „Eat the rich“ beschmiert wurde, vermutet die Polizei die Täter in der autonomen Szene. Seit Jahren wird dem Ladenbetreiber vorgeworfen, Teil einer neureichen Klasse in Neukölln und damit Schuld an der Gentrifizierung im Kiez zu sein. Zum Unternehmen gehören auch ein Imbiss und eine Bäckerei sowie Büroräume.

Bereits einen Tag nach Eröffnung im Jahr 2012 gab es Farbattacken auf das Restaurant. „Es ist sehr schade, weil ich selbst ein Linker bin, seit rund 25 Jahren in der SPD. Und dann wird man da von den eigenen Leuten angegriffen“, sagte der Firmengründer in einem Interview.

Der Generalsekretär der Berliner CDU, Stefan Evers, verurteilte den Anschlag: „Für uns ist jede Form von Extremismus und Gewalt unerträglich. Wenn sich Linksradikale in Neukölln ungehindert warm laufen können, heißt das für den bevorstehenden 1. Mai nichts Gutes.“