Ein 33-Jähriger hat am späten Mittwochabend in einer Moschee an der Flughafenstraße in Neukölln fünf Polizisten angegriffen und verletzt. Der Mann hatte sich nach dem Gebet am späten Mittwochabend geweigert, die Moschee zu verlassen. 40 Beamte waren nötig, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Ein 66-jähriger Verantwortlicher der Dar Assalam Moschee hatte den aggressive Angreifer angesprochen, um ihn vor die Tür zu bitten. Daraufhin schlug der 33-Jährige dem Mann unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. "Der Angegriffene flüchtete daraufhin nach draußen und versuchte, das Zugangstor zur Moschee zu verschließen. Der Tatverdächtige verhinderte dies mit Gewalt, woraufhin das Tor beschädigt wurde und sich nicht mehr schließen ließ", erklärt ein Polizeisprecher.

Ein Zeuge, der das Geschehen beobachtet hatte, rief die Polizei. Die Beamten entdeckten den 33-Jährigen gegen 22.35 Uhr in einem Gebetsraum in der Moschee und sprachen ihn an. Daraufhin eskalierte die Situation. Der Störenfried ging auf die Polizisten zu und versuchte einen von ihnen zu schlagen. "Der Beamte konnte ausweichen und es gelang, den Renitenten zu Boden zu bringen. Dieser leistete erheblichen Widerstand und biss einem Polizeibeamten in den Arm. Um den Biss zu lösen, setzten sie den Mehrzweckstock ein", so der Polizeisprecher.

Polizei hatte Vorfall nicht sofort gemeldet

Er soll bei der Rangelei mehrmals „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen haben. Dann riss er sich los und schleuderte Klappstühle auf die Beamten. Daraufhin setzten diese Pfefferspray gegen den Angreifer ein und überwältigten ihn.

Bei dem Einsatz in der Moschee in der Flughafenstraße wurden insgesamt fünf Polizisten verletzt, zwei von ihnen mussten ihren Dienst abbrechen. Insgesamt waren 40 Polizisten im Einsatz. Ein Großteil von ihnen hatte die Flughafenstraße abgesperrt und die Kollegen im Gebetsraum vor der Moschee abgesichert.

Der Mann wurde in eine Psychiatrie eingeliefert. Gründe für den Angriff konnte die Polizei zunächst nicht nennen.

Die Gewerkschaft der Polizei hatte am Donnerstag kritisiert, dass die Berliner Polizei den Vorfall nicht sofort gemeldet hatte. Der Berliner GdP-Sprecher Benjamin Jendro erklärte: „Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass die Bevölkerung über ein brennendes Moped und Mülltonnen informiert wird, aber nicht, wenn fünf Vertreter unseres Rechtsstaates in einem Glaubenshaus teilweise schwer verletzt werden." Für ihn hatte es den Anschein erweckt, die Polizei wolle den Einsatz verschweigen. Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte daraufhin: "Wir weisen dies entschieden zurück. Natürlich sollte der Vorfall vermeldet werden." (kmi, lex)