Berlin - Ein Wohnprojekt mit 137 Wohnungen für Sinti und Roma ist am Freitag in Berlin-Neukölln eröffnet worden. Rund 600 Sinti und Roma finden im „Arnold-Fortuin-Haus“ nach Angaben des Projektleiters, Benjamin Marx, Platz. Fünf weitere Wohnungen werden derzeit noch saniert. In ihnen sollen Menschen leben, die keine Sinti und Roma sind. Integriert ist in dem Komplex eine Kinderbetreuung sowie eine Beratungsstelle der Caritas.

Bei der Eröffnungsfeier hielt der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eine Messe ab. Er lobte das Engagement der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, die das Gebäude vor einem Jahr gekauft und saniert hat. „Das Haus war vor einem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes eine Müllhalde mitten in der Stadt“, sagte er. Jetzt könnten die Menschen in der Harzer Straße in angemessenen Verhältnissen zu leben.

Auch die Bundesbeauftragte für Flüchtlinge, Staatsministerin Maria Böhmer, freute sich über die Sanierung. Sie mahnte aber gleichzeitig, dass das Problem der Armutswanderung in Europa primär in Osteuropa bekämpft werden müsse. „Wir müssen alles daran setzen, dass die Menschen ihre Dörfer nicht verlassen müssen.“

Ihren Worten schloss sich Bezirksstadträtin Franziska Giffey (SPD) an. In Neukölln mache sich die Zuwanderung stark bemerkbar. Auch wenn das Haus in der Harzer Straße ein guter Anfang sei, gebe es noch viele weitere verwahrloste Gebäude, in denen Sinti und Roma leben. Die steigenden Zuwandererzahlen würden sich auch auf die Schulen ausschlagen. Besuchten 2011 noch etwa 500 rumänische Kinder die Schulen des Bezirks, so seien es heute schon rund 700, sagte Giffey. (dpa)