Sie sind rot, silbergrau – und sie stehen an vielen Straßenecken. Die Mietfahrräder der Deutschen Bahn (DB) gehören seit 2002 zum Berliner Stadtbild. Doch Call a Bike soll mehr Konkurrenz bekommen. Ein anderes Unternehmen gewann den Wettbewerb, mit dem das Land einen Betreiber für ein subventioniertes Fahrradverleihsystem gesucht hatte.

Nach Informationen der Berliner Zeitung soll die Firma Nextbike den Fünf-Jahres-Vertrag erhalten. Doch bislang konnte der Senat ihr nicht den Zuschlag erteilen, weil ein Mitbewerber die Entscheidung überprüfen lässt. Die DB ist vor die Vergabekammer gezogen.

Verfahren um Fahrradverleih zieht sich hin

Es geht um ein lukratives Projekt. In Berlin, wo viele Touristen unterwegs sind und zahlreiche Einheimische kein Auto haben, soll es auch künftig ein öffentliches Fahrradverleihsystem geben – mit mindestens 175 Stationen und 1750 Rädern.

Dafür seien verteilt über fünf Jahre bis zu sieben Millionen Euro eingeplant, so der Senat vor Beginn der Ausschreibung. 2014 begann der Wettbewerb. Von mehr als 20 Bewerbern wurden fünf aufgefordert, ein Angebot abzugeben.

Noch 2015 wollte der Senat den Zuschlag erteilen, doch das Verfahren zieht sich bis heute hin. Mit einer Entscheidung der Vergabekammer wird erst in den nächsten Wochen gerechnet.

Umsatz durch Vermietung von Werbeflächen

Über das Konzept von Nextbike und die künftigen Mietpreise wurde noch nichts bekannt. Bislang ist das Unternehmen in Berlin mit relativ wenig Fahrrädern vertreten. Ein großer Teil des Umsatzes stammt aus der Vermietung von Werbeflächen, die sich an den technisch relativ einfachen Fahrrädern befinden.

Das DB-Verleihsystem ist in Berlin stetig gewachsen. 2015 standen an 160 Stationen 1650 Räder bereit. Zuschüsse erhält die DB seit 2014 nicht mehr. Sie hat angekündigt, dass sie in Berlin auch künftig Call a Bike anbieten wird – selbst wenn ein anderer das Vergabeverfahren gewinnt. Der Markt gebe das her.