BerlinAm 23. November ist die zweite Stufe des Mietendeckels in Kraft getreten. Danach gelten Mieten, die die zulässigen Obergrenzen um mehr als 20 Prozent überschreiten, als überhöht und müssen abgesenkt werden. Wie haben mehrere Vermieter gefragt, welche Auswirkungen der Mietendeckel für sie hat und wie sie die Vorgaben umsetzen. Hier sind ihre Antworten.

Christian Strahl, 52, aus Pankow: „Ich besitze mit meiner Frau den Altbau Prenzlauer Promenade 178 in Pankow mit rund 30 Wohnungen und vier weitere Wohnungen in der Simplonstraße in Friedrichshain. Das Haus in der Prenzlauer Promenade 178 ist ein typischer Altbau. Er wurde 1906 errichtet. Zum Gebäude gehören Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus sowie eine Remise im 2. Hof. Meine Frau (50) und ich haben das Haus im Dezember 2000 zur Alterssicherung mit Hilfe eines Kredits erworben. Meine Frau ist Apothekerin, ich bin Rechtsanwalt, wir haben drei Kinder. 2015 haben wir uns entschlossen, selbst in die Prenzlauer Promenade 178 zu ziehen. Seitdem haben wir das Haus für zirka 3,5 Millionen Euro saniert. Finanziert haben wir die Sanierung, indem wir neun von insgesamt 13 Wohnungen in der Simplonstraße verkauft haben, die uns dort gehörten. Noch ist im Haus in der Prenzlauer Promenade 178 nicht alles gemacht. Weitere 1,2 Millionen Euro wären notwendig, um die restlichen Wohnungen zu modernisieren. Die unsanierten Wohnungen im Vorderhaus vermieten wir zurzeit für 5,10 Euro und 5,22 Euro je Quadratmeter nettokalt. Die sanierten Wohnungen im Vorderhaus kosten 10,71 Euro, 11,11 Euro und 12,81 Euro je Quadratmeter nettokalt. Die vollständige Umsetzung des Mietendeckels würde für uns allein in der Prenzlauer Promenade zu Mindereinnahmen von zirka 2.800 Euro monatlich führen – weil die Mieten für die sanierten Wohnungen nun als „überhöht“ gelten. Dieses Geld fehlt uns für die weitere Sanierung.

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