Wenn im Kinderladen Bande am Mittwoch Wünsche an den Nikolaus adressiert werden, steht einer ganz oben auf der Liste: in der Oranienstraße bleiben zu dürfen. Das wollen nicht nur die Kinder einem verkleideten Weihnachtsboten erzählen, sondern auch Eltern und Nachbarn lautstark vor der Kita verkünden. Denn sie steht vor dem Aus.

Zwischen 16 und 18 Uhr lädt die Bande am Mittwoch zum Nikolausprotest. Der Kinderladen hat eine Kündigung erhalten, nachdem ein Investmentfonds im vergangenen Winter den Block mit den Hausnummern 199 bis 205 gekauft hatte. Bis Ende 2018 muss die Bande raus.

„Die Kündigung ist rechtens – aber nicht gerecht“, sagt Max Kerkhoff. Er ist Sprecher der Elterninitiative, die die Kita seit 34 Jahren betreibt. „Mit dem Kinderladen würde ein Stückchen Kreuzberg verschwinden. Täglich treffen wir im Kiez Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die hier ihre ersten Schritte gemacht haben.“

Horrende Mietforderungen

Der neue Eigentümer, die „Deutsche Investment – Wohnen III“, hat zwar einen neuen Kontrakt in Aussicht gestellt – allerdings zu einem Vierfachen der jetzigen Miete. Die liegt bei günstigen vier Euro pro Quadratmeter. „15 Euro können wir aber nicht stemmen“, sagt Kerkhoff.

Wie alle Kitas wird die Bande über eine festgelegte Kind-Pauschale vom Senat finanziert. „Mehrkosten für die Miete müssten wir woanders einsparen, etwa bei den Erziehern oder dem Mittagessen.“ Zusätzliche Finanzhilfen lehnt der Senat ab. Man wolle nicht die Mietspirale weiter ankurbeln, so die Begründung.

„Das halte ich auch für richtig“, sagt Kerkhoff. „Steuergeld sollte nicht dazu dienen, horrende Mietforderungen von Investoren zu bedienen.“ Stattdessen hofft der Kinderladen doch noch auf ein Entgegenkommen des Fonds. Doch damit ist kaum zu rechnen.