Berlin - Noch nie sind so viele Ausländer neu nach Berlin gezogen wie im vergangenen Jahr.

Insgesamt wurden bis Ende 2015 rund 100.000 Zuzüge registriert, mehr als 79.000 davon waren Ausländer. Da gleichzeitig 54.000 Ausländer fortzogen, ergibt sich für die Hauptstadt ein positiver Wanderungssaldo von 46.000 Menschen.

Dies ist das Ergebnis einer vorläufigen Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes. Die Statistiker unterscheiden nicht zwischen Flüchtlingen und Menschen, die auf anderem Wege ins Land gekommen sind.

Zuwanderung und Wegzüge nach und aus Brandenburg

Brandenburg hat 2015 den größten Zuzug von Ausländern seit dem Jugoslawien-Krieg Anfang der 1990er Jahre erlebt. Rund 37.000 Ausländer kamen unter anderem mit der Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten in die Mark.
Das sind zwar fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor, als knapp 24.000 Menschen aus dem Ausland hergezogen waren, jedoch ist es kein Rekord. Im Jahr 1993 waren rund 43.900 nach Brandenburg gekommen - unter anderem eine Auswirkung des damaligen Krieges auf dem Balkan.

12.000 Frauen und Männer gingen im vergangenen Jahr weg ins Ausland. Daraus ergibt sich ein Wanderungsgewinn von etwa 25.000.

Zahlen für Deutschland

In ganz Deutschland waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes knapp zwei Millionen, die stärkste Zuwanderung seit Bestehen der Statistik. Die Schnellschätzung fußt nur teilweise auf bereits vorliegenden, geprüften Ergebnissen, nämlich für die Monate Januar bis August 2015.

Für die Monate September bis Dezember 2015 sind es Schätzungen auf der Basis von Rohdaten. (dpa)