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Diese Leute vom Film können einfach nicht abschalten! Und so hätte es am Sonnabend beim Nominiertenabend des Deutschen Filmpreises in der PanAm-Lounge fast ein Remake des Actionklassikers „Flammendes Inferno“ gegeben. Thomas Kufus, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Filmakademie, hielt gerade seine Eröffnungsrede, da fing das Manuskript an einer Kerze Feuer. Steffi Kühnert, nominiert in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – weibliche Hauptrolle“ für „Halt auf freier Strecke“, schlug umgehend Alarm. Ob die Schauspielerin bei der Filmpreisverleihung am 27. April im Friedrichstadtpalast die Lola gewinnt, ist noch offen. Aber eine lobende Erwähnung als „Vorbildliche Brandschutzhelferin“ sollte drin sein!

Kein Schaukelstuhlrentner

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Die Lola fürs Lebenswerk wird in diesem Jahr Kamera-Veteran Michael Ballhaus bekommen. Der hat – im Gegensatz zu manchem Vorgänger in dieser Kategorie – nichts dagegen, wenn ihm die Trophäe nicht spitzfindig für sein „bisheriges Lebenswerk“ überreicht wird. Der 76-Jährige sieht das ganz realistisch: „In meinem Alter kann man schon sagen, so ein Preis ist fürs Lebenswerk. Ich weiß, dass das mein letzter Preis wird. Und das ist ja auch gut so, ich habe ja die meisten schon.“

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Ein Schaukelstuhlrentner ist Ballhaus allerdings noch lange nicht. Gerade steckt er mitten in den Vorbereitungen für seinen nächsten Film, in dem es um die Entführung von Natascha Kampusch gehen soll. Die Besprechungen mit Regisseurin Sherry Hormann könnte er am Frühstückstisch abhalten, denn beide sind seit Oktober miteinander verheiratet. Sie hat ihn mit der spannenden Kampusch-Geschichte dazu gebracht, sich doch noch einmal hinter die Kamera zu stellen. Die Frage, wer in dieser Konstellation am Set der Chef ist, stellt sich für Ballhaus gar nicht: „Sie ist der Boss. Das fällt mir sehr leicht. Das letzte Wort hat immer der Regisseur. Sie hat ja auch zu Hause das Sagen.“

Zwei Probleme für Elyas M'Barek

Playboyveteran Rolf Eden tummelte sich unter den Nominierten, obwohl er – streng genommen – gar nicht zu ihnen gehört. Nominiert ist nämlich bloß der Film „Big Eden“ über ihn. Aber egal: Eden freut sich, als wäre ihm schon der Oscar sicher. Und erklärte die beiden Pullis, die unter seinem rosa Hemd hervorlugten, schlüssig: „Ich fahre offen!“ Merke: Auch in einem Rolls-Royce-Cabrio kann man sich bei den aktuell kühlen Abendtemperaturen eine Lungenentzündung einfangen.

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Schauspieler Elyas M’Barek (gerade mit „Türkisch für Anfänger“ im Kino erfolgreich) wird am Abend der Filmpreisverleihung gleich vor zwei Problemen stehen. Er moderiert gemeinsam mit der Kollegin Jessica Schwarz, was die Frage heraufbeschwören könnte, warum eigentlich die Schauspieler das Moderieren nicht den Moderatoren überlassen. Und außerdem muss er sich an der sehr guten Vorjahresleistung von Barbara Schöneberger messen lassen. M’Barek hat sich entschieden, diesen Bedrohungen mit Lässigkeit zu begegnen: „Man muss auch mal das Risiko eingehen, so richtig auf die Fresse zu fliegen.“ Falls das wirklich passieren sollte, will er dabei wenigstens gut aussehen. Also macht er schon mal eine Versprechung, die der TV-Übertragung der Preisverleihung am 27. April ein außergewöhnlich junges und weibliches Publikum bescheren könnte: „Ich komme in Badehose auf die Bühne.“