Wer in Berlin Opfer eines Überfalls wird oder einen Schlaganfall erleidet, wo jede Minute zählt, muss besonders bei schlechtem Wetter länger auf Hilfe warten. Denn beim Notruf 110 oder 112 muss man immer mehr Geduld aufbringen. 

Die durchschnittliche Wartezeit bei der Polizei zwischen Anruf und Gesprächskontakt dauerte im vergangenen und in diesem Jahr (Stand 11. Dezember) 13 Sekunden. Das geht aus einer Antwort von Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt.

Laut Innenverwaltung wartete man vor vier Jahren beim Polizeinotruf durchschnittlich sieben Sekunden.

Der Begriff „Durchschnitt“ sagt jedoch nichts über den konkreten Fall – wie etwa am 29. Juni dieses Jahres, als ein Anrufer elf  Minuten und acht Sekunden in der Schleife hing.  Laut Akmann gab es zu dieser Zeit ein Unwetter mit Starkregen und deshalb viele Notrufe.

Beim Feuerwehrnotruf hat sich die durchschnittliche Wartezeit in diesem Jahr sogar auf 20,6 Sekunden im Vergleich zum Jahr 2013 mehr als verdoppelt. Ein Anrufer hing über 18 Minuten in der Warteschleife. Laut Akmann war das am 5. Oktober beim  Sturm „Xavier“, als besonders viele Notrufe eingingen.