Notunterkunft in der Kirche: Junge Flüchtlinge ziehen in den Berliner Dom

Ab Donnerstag sollen Flüchtlinge auch im Berliner Dom eine erste Unterkunft finden. Geplant ist, dass 15 unbegleitete Minderjährige in einem Raum im Untergeschoss vorübergehend unterkommen. Er wird bislang für Ausstellungen genutzt, es gibt eine Dusche und WCs. Zwei angrenzende Räume sollen als Essens- und Aufenthaltsraum dienen. Organisiert wird die Hilfsaktion von rund 40 Mitgliedern der Domgemeinde, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

„Es soll eine erste Not-Notunterkunft für die jungen Menschen werden, damit sie nach ihrer Ankunft nicht gleich in eine Massenunterkunft ziehen müssen“, sagt Pressesprecherin Svenja Pelzel gegenüber berliner-zeitung.de und betont: „Wir stellen als Dom nur den Raum zur Verfügung. Die Herrichtung der Räumlichkeiten und die Betreuung der Logistik wird von den Mitgliedern der Gemeinde geleistet.“

Betreuer rund um die Uhr

Um die rund 160 Quadratmeter wohnlicher zu gestalten, werden Raumteiler aufgestellt und Bilder aufgehängt. Für die insgesamt 15 Flüchtlinge und einen Betreuer stehen 16 Betten bereit. Zuständig für den professionellen Betreuer ist der Berliner Senat. Die Aktiven der Domgemeinde unterstützen den Helfer, sie kümmern sich um die Logistik des Ortes und übernehmen die Verpflegung der jungen Leute, denn eine Küche gibt es vor Ort nicht. Für die Vollzeit-Betreuung haben die Helfer extra Dienstpläne erstellt.

Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern oder eine bevollmächtigte Begleitperson in Berlin einreisen, werden durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Obhut genommen. So soll vermieden werden, dass die Jugendlichen obdachlos in Berlin umherziehen.

Zudem dürfen sie nicht in Massen-Notunterkünften untergebracht werden, denn ihnen steht nach dem Gesetz ein besonderer Schutz zu. In Berlin werden sie meist in Hostels oder Gästehäusern untergebracht. Diese Plätze werden aber knapp, auch fehlen den Behörden Betreuer, die den Jugendlichen zur Seite stehen.