Rechtsextremisten verlagern ihre wöchentlichen Montagsproteste gegen Flüchtlingsheime offenbar aus dem Osten Berlins in den Südosten der Stadt. Seit mehreren Wochen mobilisiert die NPD für diesen Montag zu einer Demonstration durch Johannisthal.

Ab 18.30 Uhr soll gegen ein Asylbewerberheim demonstriert werden, das am Groß-Berliner Damm 59 eröffnet hat. Das ehemalige Gästehaus des Bundesverwaltungsamtes hat Platz für 600 Flüchtlinge. Etwa 560 sind dort schon eingezogen.

Der Aufzug unter dem Motto „Das Boot ist voll – Asylbetrüger abschieben“ soll am Sterndamm, Ecke Groß-Berliner Damm beginnen. Nach Angaben der Polizei verläuft die Demo über den Groß-Berliner Damm über die Nieberstraße und die Engelhardstraße und endet am Segelfliegerdamm in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft.

Mehrere Gegenveranstaltungen sind bei der Polizei für die selbe Zeit angemeldet: Vor dem Einkaufszentrum am Bahnhof Schöneweide ruft der Kulturverein Brücke 7 zur Kundgebung auf.

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Nazis – Refugees welcome“ gibt es eine Kundgebung am Sterndamm, Ecke Groß-Berliner Damm.

Eine dritte Gegenkundgebung ist auf der Ecke Landfliegerstraße/Groß-Berliner Damm angemeldet.

Die Polizei will mit einem Großaufgebot Zusammenstöße zwischen beiden Seiten verhindern. Es dürfte zu umfangreichen Straßensperrungen kommen.

Tausende Flyer in Briefkästen

Sollte damit zu rechnen sein, dass die Gegenproteste den Ablauf der Neonazi-Demo zu sehr stören, dann könnte es sein, dass die NPD-Anhänger auf einer anderen Route marschieren werden. Nach Angaben der Polizei ist für die selbe Zeit mit der selben Teilnehmerzahl und unter dem selben Motto ebenfalls eine NPD-Demo angemeldet, die auf der Ostseite des Bahnhof Schöneweide, in der Brückenstraße starten soll.

Seit mehreren Wochen mobilisiert der Berliner NPD-Landesverband zu der Demo, mit Aufrufen im Internet aber auch mit tausenden Flyern, die in die Briefkästen der Umgebung geworfen wurden.

Bislang fanden Montags vor allem in Marzahn Demonstrationen unter dem Motto „Nein zum Heim statt“. Nach Angaben eines Polizeisprechers haben die Organisatoren für diesen Tag in Marzahn nichts angemeldet. Dafür will Pro Deutschland ab 19.30 Uhr unter dem Motto „Merkel muss weg“ mit 50 Anhängern vom S-Bahnhof Mehrower Allee zum S-Bahnhof Springpfuhl ziehen. Dagegen ist eine Kundgebung am Helene-Weigel-Platz angemeldet.