Berlin - Die Berliner Grünen fordern Einsicht in die Akten der hauptstädtischen Sicherheitsbehörden zur rechten Terrorzelle NSU. „Alle Unterlagen, die der Untersuchungsausschuss des Bundestages erhält, müssen auch den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses zur Verfügung gestellt werden“, sagten Clara Herrmann und Benedikt Lux am Sonntag.

Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte die Innenexperten der Fraktionen am Freitag darüber unterrichtet, dass ein mutmaßlicher NSU-Unterstützer zehn Jahre lang als Informant für das Landeskriminalamt tätig war und er seit März davon wisse. Akten seien den Berliner Parlamentariern aber bisher nicht vorgelegt worden, sagten die Politiker.

„Wir stehen noch ganz am Anfang der Aufklärung“, betonten Herrmann und Lux. Viele Fragen seien unbeantwortet. Von Henkel erwarteten sie, dass er am Dienstag in einer Sondersitzung des Innenausschusses detailliert zu den Vorwürfen Stellung nehme, wonach möglicherweise ein Teil der zehn Morde, die auf das NSU-Konto gehen sollen, hätte verhindert werden können.

Auch Henkels Amtsvorgänger Ehrhart Körting (SPD), der von 2001 bis 2011 das Ressort leitete, werde um eine „Befragung durch den Ausschuss nicht herumkommen“, wenn eine restlose Aufklärung anders nicht möglich sei, sagten Herrmann und Lux. Das wäre aber frühestens am 24. September möglich. Körting könnte allerdings nicht verpflichtet werden, vor dem Gremium auszusagen.