Berlin - Als Kind durfte ich Cola nicht trinken. Meine Eltern waren strikt dagegen. Zu viel Zucker war ihr Argument für das Verbot. Natürlich haben wir uns nicht daran gehalten.

Das war auch nicht so schwer. Sie waren schließlich nicht immer dabei. Und Cola hat uns geschmeckt. Irgendwann später habe ich dann im Fernsehen eine Sendung gesehen, in der ein Glas zu sehen war – gefüllt mit der dunklen Brause. Daneben waren viele Würfelzuckerstücke aufeinander gestapelt. Sie sollten zeigen, wie viel Zucker in einem Glas Cola steckt. Von diesem Zeitpunkt an, ließ ich das mit der Cola.
Nun habe ich sie für mich allerdings wieder entdeckt. Aber nicht als Getränk, sondern als Putzmittel.

Cola ist billiger und wirkungsvoll

Wussten Sie, dass das funktioniert, vor allem bei weißer Keramik? Mir war das bisher fremd. Bis zu dem Tag, an dem ich auf dem Weg nach Hohenschönhausen war, um Verwandte zu besuchen. In der Straßenbahn hörte ich einer älteren Dame zu, wie sie mit einer anderen älteren Dame über die „Besatzer-Brause“ sprach. Sonst ist mir das Gerede von Leuten, die ich nicht kenne, egal. Aber in diesem Fall konnte und wollte ich nicht weghören.

Eine der Frauen redete darüber, dass sie in der Kaufhalle bei der Vielzahl von dort angebotenen Reinigungsmittel nicht mehr durchsieht und immer hilflos vor den Regalen steht und sich nicht entscheiden kann. Die Gesprächspartnerin empfahl ihr dann Cola als Putzmittel. Das sei billiger, sagte sie und wirkungsvoll. Ich habe es genau gehört. Leider stiegen die beiden Frauen dann aus.

Manchmal helfen auch einfache Hausmittel

Stolz präsentierte ich mein neues Wissen den Handwerkern, die gerade die Sanitärräume meines Lieblingslokals sanieren. „Dit weeß ick“, sagte einer von ihnen. Erklärt hat er es dann mit der chemischen Zusammensetzung des Getränks. Er tat so, als hätte er Molekularchemie studiert und gab sich überrascht, dass nicht jeder die Cola-Kraft kannte.

Er kannte noch mehr Tricks. Sprudelndes Mineralwasser gegen Flecken auf dem Teppich. Ketchup gegen verkrustete Topfböden und Zahnpasta gegen verschmutzten Silberschmuck. Und noch einen Tipp hatte er parat. Backpulver gegen Verkrustungen in der Backröhre. Das mit der Cola habe ich ausprobiert. Es hat tatsächlich geklappt. Also könnten die Supermärkte ruhig auch eine Cola-Kiste in die Putzmittel-Abteilung stellen. Aber bitte nicht umgekehrt. Bitte kein Ajax im Jever-Depot! Würde ja auch keinen Sinn machen.