Im Flugzeug über den Wolken.
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BerlinAuf den zwei Wochen zurückliegenden Text an dieser Stelle hat ein Leser reagiert. Es ging darin um den Mund-Nase-Schutz am Flughafen, der selbst von den Mitarbeitern der Sicherheitsfirma eher individuell getragen wurde. Der Leser wollte wissen, wie es danach weiterging, also im Flugzeug als mutmaßlicher Virenschleuderer. Genau genommen ist ein Stadtbild ja kein Stadtbild mehr, nachdem man die Stadt verlassen hat, aber weil auch andere Berliner mit im Flieger saßen und der Leser dezidiertes Interesse bekundet, wollen wir heute mal nicht so streng sein. Es war wunderbar!

Die Mittelplätze waren von der Fluglinie nicht vergeben worden, das Bordpersonal achtete auf das Tragen der Masken; und bis auf ein paar Leute, die gelegentlich ihre Nasen freilegten, schien die Bereitschaft zum angemessenen Verhalten erfreulich ausgeprägt. Und weil Nordeuropäer mit preußischer Korrektheit so gerne von oben herab auf die EU-Länder im Süden blicken, weil die angeblich nichts gebacken kriegen: Bei der Ankunft am Urlaubsort war das Ausfüllen eines Formulars mit persönlichen Angaben, genauem Aufenthaltsort und Erreichbarkeit verpflichtend für die Einreise. Danach ging es durch Kabinen mit Wärmebildkameras. In allen Supermärkten trug auch die Belegschaft lückenlos Masken. Grüße an Edeka um die Ecke! Über Restaurants ist leider keine Auskunft möglich, weil es ein sehr zurückgezogener Urlaub war.

Damit sind wir schon beim Rückflug, der jederzeit einem Cafébesuch am Ostkreuz am sonnigen Sonntagmittag vorzuziehen ist. Dort stehen die Tische inzwischen ja in lächerlich kleinem Abstand zueinander. Niemand stört sich daran, auch zur Bestellung geht man vollkommen unbehelligt ohne Maske in die Läden. Im Flieger dagegen weckte ein Flugbegleiter eine Frau in der vorderen Reihe, weil sie ihre Maske zum Schlafen unter die Nase gezogen hatte. Sie war nicht begeistert, es war herrlich!

In Schönefeld: kein Formular zur Rückverfolgung, kein Wärmebild. Stattdessen offenbart sich vor der Gepäckausgabe eine triste Installation: In der Decke fehlt eine dieser quadratischen Platten, darunter steht ein Eimer, umrandet von einer Absperrung. Von oben stürzt ein Tropfen hinab. Gab es am Hauptbahnhof auch schon. Muss eine Wanderausstellung sein. Willkommen zurück!