Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam bleibt fest in der Hand der SPD: Der Sozialbeigeordnete Mike Schubert gewann laut vorläufigem Endergebnis am Sonntag die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters mit 55,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die Wahlleitung am Abend mitteilte. Seine Gegenkandidatin Martina Trauth (parteilos), die für die Linke ins Rennen gegangen war, kam auf 44,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,8 Prozent. Rund 140.000 Potsdamer konnten ihre Stimme abgeben.

Schubert ist für acht Jahre als Stadtoberhaupt gewählt. Er übernimmt am 28. November das Amt von Jann Jakobs (SPD), der nach 16 Jahren als OB in den Ruhestand geht.

In Potsdam stellt die SPD bereits seit der Wende, also bereits 28 Jahre lang, das Stadtoberhaupt. Schubert kündigte nach der Wahl an, dass er Kurskorrekturen beim rasanten Wachstum der Stadt plane. „Wir können die relativ wenigen verbliebenen Flächen nicht nur mit Wohnungen zubauen, sondern müssen auch für Schulen und Kitas sorgen“, sagte er. Zudem soll der wachsende Verkehr mit mehr Bussen, Straßenbahnen und Radwegen besser gesteuert werden.

Dietmar Woidke eilte ins Rathaus

Für die in den Umfragen auch in Brandenburg schwächelnde Regierungspartei SPD ging es bei der OB-Wahl in der Landeshauptstadt ein knappes Jahr vor der Landtagswahl vor allem darum, wenigstens noch in einer der vier kreisfreien Städte den Rathauschef zu stellen. Denn in den übrigen drei großen Städten des Landes ging das Amt bereits an die politische Konkurrenz von CDU und Linke verloren.

Daher eilte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ins Rathaus, um Schubert zu gratulieren. „Die Bürger in Potsdam haben entschieden - und das mit einem deutlichen Ergebnis“, sagte Woidke sichtlich erleichtert. „Das war ja auch schon mal knapper.“

So war der scheidende Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Jahr 2002 nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 50,1 Prozent ins Amt gekommen. Seit Einführung der Direktwahl des Stadtoberhaupts im Jahr 1993 hatten sich in Potsdam stets die Kandidaten der SPD und der PDS beziehungsweise Linke ein Duell geliefert. Dreimal kam es zur Stichwahl, in der sich jeweils die Sozialdemokraten durchsetzten. Nur der spätere Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gewann 1998 direkt im ersten Wahlgang gegen die Linke-Kandidatin Anita Tack. (dpa)