Berlin - Der Senat will das Angebot der Kältehilfe für Obdachlose an zwei U-Bahnhöfen erweitern. Das ist das Ergebnis eines Spitzentreffens zwischen dem Staatssekretär für Soziales, Alexander Fischer (Linke) und leitenden Mitarbeitern der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sowie den Sozialverbänden Karuna und Berliner Stadtmission.

Am Moritzplatz werden noch im Januar beheizte Container aufgestellt, in Lichtenberg werden Gewerberäume in Bahnhofsnähe als Wärmestuben gesucht. Dort können sich Obdachlose aufwärmen und Tee trinken, bevor sie sich zum Schlafen auf die U-Bahnhöfe legen.

Drogenkonsum bleibt ein Problem

Derzeit nutzen etwas 50 Obdachlose dieses niedrigschwellige Angebot der Kältehilfe, viele sind drogen- und alkoholabhängig. Sie müssen keine Hausordnung einhalten. Die gilt aber in den 1200 festen Notübernachtungsplätze. Anfang der Woche gab es dort noch 215 freie Plätze.

Am Konzept der Kältebahnhöfe ändert der Senat nichts. Nach dem Tod eines obdachlosen Mannes am vergangenen Wochenende am Moritzplatz hatte die Stadtmission eine fachgerechte Notübernachtung für Obdachlose gefordert, in der Drogenkonsum erlaubt sei. „Diese Forderung können wir nicht nachvollziehen“, sagt die Sprecherin der Senatssozialverwaltung, Regina Kneiding.

„Die Kältebahnhöfe haben ihre Berechtigung.“ Im Rahmen der Kältehilfe seien sie aber keine Drogenkonsumräume. Um die Drogenabhängigen sollen sich nun die ambulanten Suchthelfer von Fixpunkt kümmern. Und die BVG verspricht, die Kältebahnhöfe morgens besser und schneller zu reinigen.