Das Areal an der Köpenicker Straße in Biesdorf wird geräumt. Bauarbeiter schleppen seit vergangenem Donnerstag mehrere hundert Kilo Schutt und Abfall von dem Grundstück nahe der B1, sammeln Elektromüll. Damit dort in Kürze ein Autohaus entstehen kann, mussten auch die in mehreren Baracken lebenden sechs Obdachlosen verschwinden. Der Bezirk hatte die Maßnahme vom Grundstückseigentümer, der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), gefordert.

Die BIM engagierte nun zur Räumung zwei Fachfirmen, die bis zum kommenden Mittwoch mit der Arbeit fertig sein sollen. Vor allem der für das Ordnungsamt zuständige Stadtrat Johannes Martin (CDU) hatte sich für eine Beseitigung der seiner Meinung nach „unhaltbaren Zustände“ eingesetzt. Laut Martin hatte das Ordnungsamt der BIM eine 14-tägige Frist zur Entsorgung gesetzt. Sogar ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde angedroht.

Wie hoch die Kosten der Räumung sind, ist nicht bekannt. Zwar hat die BIM das Grundstück bereits am Ende des vergangenen Jahres an den Besitzer mehrerer Berliner Autohäuser verkauft, die Behörde ist jedoch noch im Grundbuch eingetragen und somit zuständig.

Auch die Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) zeigt sich erleichtert. Schon vor zwei Wochen, nachdem die Berliner Zeitung erstmals über die Brache berichtet hatte, bezeichnete Witt den vermüllten Zustand als „nicht akzeptabel.“

Autohaus kommt auf die Brache

Unklar ist, wohin die auf dem bislang lebenden Obdachlosen mit ihren wenigen Habseligkeiten ausgewichen sind. Mitarbeiter des Sozial- und Gesundheitsamts hatten mehrfach vor Ort Hilfe angeboten, angenommen wurde diese jedoch nicht.

In einem internen Bericht heißt es: „Die Menschen gaben keine Hinweise auf besondere Betreuungsnotwendigkeiten durch das Amt. Auf dem Gelände gibt es zwar Unrat, aber es konnten keine Hinweise auf Rattenbefall festgestellt werden.“

Nachdem das Grundstück geräumt ist, könnten noch in diesem Jahr die Bauarbeiten für das Autohaus beginnen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollen derzeit noch nicht alle Baracken abgerissen werden. Um eine erneute Belegung durch Obdachlose zu verhindern, werden sie mit Sperrholzplatten gesichert.