Berlin - Gegen sechs Jugendliche und junge Männer, die in Berlin einen Obdachlosen anzünden wollten, ist Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Berlin am Donnerstag mit. 

Sie wirft den jungen Flüchtlingen im Alter zwischen 16 bis 21 Jahren vor, in der Nacht zum ersten Weihnachtstag mehrere brennbare Gegenstände neben dem Kopf des Obdachlosen angezündet zu haben. Das Opfer lag auf einer Bank im U-Bahnhof Schönleinstraße. „Die Angeschuldigten sollen dabei erkannt und billigend in Kauf genommen haben, dass der schlafende Geschädigte durch ungehindertes Ausbreiten des Feuers qualvoll hätte verbrennen können“, so die Staatsanwaltschaft.

Nur durch die Hilfe von Fahrgästen eines unmittelbar nach der Tat in den Bahnhof einfahrenden U-Bahnzuges habe ein Ausbreiten der Flammen verhindert werden können. 

Seit 27. Dezember in Untersuchungshaft

Die sechs Hauptangeschuldigten, die sich noch am Tag der Einleitung der Öffentlichkeitsfahndung bei der Polizei gestellt hatten, befinden sich seit dem 27. Dezember 2016 in Untersuchungshaft. 

Einem 17-jährigen Begleiter wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Die Anklage wurde vor einer Jugendkammer des Landgerichts erhoben. (dom)