Berlin - Mit einem Video und Bilder aus einer Überwachungskamera sucht die Berliner Polizei nach mehreren jungen Männern. Sie stehen im Verdacht, in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag einen Obdachlosen im U-Bahnhof Schönleinstraße in Berlin-Neukölln angezündet zu haben. "Der Mann blieb unverletzt", sagte ein Polizeisprecher. Das sei dem sofortigen und beherzten Eingreifen mehrerer Passanten zu verdanken, die die Flammen sofort erstickt hätten. Der Fahrer einer U-Bahn sah den Brand und kam mit einem Feuerlöscher zu Hilfe. Die Sachen des 37-Jährigen hätten jedoch gebrannt.

Insgesamt wird nach sieben Tatverdächtigen wegen Verdachts des versuchten Mordes gefahndet. Kurz nach der Tat fuhren die Jugendlichen mit der U-Bahn, in welcher sie gefilmt wurden. Auch der U-Bahnhof Schönleinstraße ist videoüberwacht.

Wer Hinweise zu den vier Tatverdächtigen auf den Bildern geben kann, wird gebeten, sich bei der Mordkommission des Landeskriminalamts unter der Nummer (030) 4664911444  oder bei jeder anderen Polizeidienstelle zu melden.

Mutmaßlicher U-Bahn-Treter gefasst

Erst kürzlich hatte eine Attacke in einer Berliner U-Bahn bundesweit Empörung ausgelöst. Ein Mann hatte einer Frau unvermittelt auf einer Treppe in den Rücken getreten. Sie stürzte und brach sich einen Arm. Der Tatverdächtige wurde inzwischen gefasst. Die Polizei hatte Kritik auf sich gezogen, weil sie erst nach mehreren Wochen mit Videobildern nach dem Täter suchte.

Parallelen zu Fall in Köln

Die Tat am U-Bahnhof Schönleinstraße weist Parallelen zu einem Fall Mitte November in Köln auf. Unweit vom Kölner Hauptbahnhof war ein Obdachloser mit brennender Kleidung gefunden worden. Nachdem die Flammen gelöscht waren, konnte ein Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Der 29-Jährige sei der Obduktion zufolge wohl Opfer einer Gewalttat geworden, sagte ein Polizeisprecher. Ob er durch das Feuer starb oder schon vorher umgebracht worden war, sagten die Ermittler zunächst nicht.

Wie der Kölner Express berichtete, war der Mann zuvor ausgeraubt, verprügelt und dann angezündet worden. Der 29-Jährige stammte offenbar aus Berlin und soll erst kurz vor seinem Tod nach Köln gekommen sein. (dpa/BLZ)