Kundinnen und Kunden müssen, Verkäuferinnen und Verkäufer können im Supermarkt Mundschutz tragen. 
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Berlin Wie Diplom-Ingenieur Arthur Wenzel. Seine regelmäßigen Besuche in umliegende Supermärkte im Heimatbezirk Lichtenrade werden beeinträchtigt durch den Stress, den er dort durch Verkäuferinnen und Verkäufer ohne Mund-Nasen-Bedeckung erleidet. Aufgeregt schreibt er an uns: „Ich bin als Käufer vor einer Woche im Supermarkt gewesen. Die Laufwege sind maximal 1,8 Meter breit. Direkt hinter der Eingangstür war eine Verkäuferin mit großen Wagen aktiv – ohne Mundschutz! Die Kunden hatten nur 50 Zentimeter bis ein Meter Platz.“

Herr Wenzel witterte Gefahr für beider Leib und Leben, beschloss, als sich die Situation nicht ändern wollte, sie zu fragen. „Ich wartete etwa zwei Minuten und fragte dann die Verkäuferin, warum sie bei den geringen Abständen zu den Kunden keinen Mundschutz trägt.“ Die Antwort der Verkäuferin war uneinsichtig, empört verließ Herr Wenzel sofort zur Eigensicherung – ohne Einkauf –  das Geschäft.

Nun also seine Anfrage an die Redaktion zur Klärung des Sachverhalts. Denn: „Sorry, aber ich frage mich in Anbetracht der immer gefährlicher werdenden Situation mit immer mehr Ansteckungen in Berlin, ob so ein Verhalten von Verkäuferinnen und Verkäufern nicht rücksichtlos ist.“ Das Ganze  regt ihn sehr auf. „Es ist eine große Sauerei, wie verantwortungslos da mit dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen umgegangen wird.“

Was ist erlaubt, was verboten – das erklärt Phillip Haverkamp vom Handelsverband Berlin-Brandenburg: „Zunächst die gesetzliche Lage: In der Sars-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Senats Berlin vom 6. Oktober 2020 heißt es in Paragraf 1: ,Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist in geschlossenen Räumen zu tragen' und in Absatz 2: ‚von Kundinnen und Kunden in Einzelhandelsgeschäften aller Art‘. Über die Arbeitsstätten, an denen der Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben ist, informiert Absatz 10: ‚Von Beschäftigten und Besucherinnen und Besuchern in Büro- und Verwaltungsgebäuden‘ – also nicht in Supermärkten.“

Darüber irritierte Kundinnen und Kunden bittet Phillip Haverkamp um Verständnis: „Im Handel können Kassiererinnen und Kassierer sich meist durch Hygienewände, sogenannten Spukschutz aus durchsichtigem Kunststoff, schützen. Aber für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Gängen mit dem Auffüllen von Regalen beschäftigt sind, ist es nicht einfach, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Bei oft auch körperlicher Arbeit acht Stunden lang eine Maske zu tragen, ist unzumutbar.“  Er rät dazu, freundlich miteinander zu sprechen und vor Ort Lösungen für alle Beteiligten zu suchen.