Ein BVG-Bus in Berlin (Symbolbild)
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Berlin-SpandauEr soll wieder durch Berlin rollen – der O-Bus. So ganz ohne Benzin oder Dieselkraftstoff. Die Heerstraße und der Brunsbütteler Damm in Spandau werden zum Testfeld für die umweltfreundlich fahrenden Nahverkehrsfahrzeuge, die mit einer modernen Batteriespeichertechnologie ausgerüstet sein sollen.

Damit könnten Strecken ohne Oberleitung „fahrleitungsfrei“ betrieben, „Baustellen gut umfahren“ werden. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie der Senatsverkehrsverwaltung hervor. Demnach würden sich im Nahverkehrsnetz in Spandau mehrere Buslinien für den Test eignen: die Metrobuslinie  M32, die in der Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten unterwegs ist und auf der extralange Doppelgelenkbusse fahren könnten, und auch die Busse der Linien M49, X49 sowie X34 sollen wieder „an die Strippe“ genommen werden. Alles Linien, die auf den beiden ausgewählten Strecken stark nachgefragt seien.  

Wann die O-Busse kommen, steht noch nicht fest

Zuerst hatte die Berliner Morgenpost über die geplante Einführung von O-Bussen in Spandau berichtet. Laut Verkehrsverwaltung sei der Testbetrieb noch am Anfang des Planungsprozesses. Es sei noch zu früh, angesichts des Pilotcharakters des Vorhabens ein Einführungsdatum zu nennen.

Zeitnah heißt es in der Studie. Verkehrsexperten gehen jedoch davon aus, dass es noch drei bis fünf Jahre dauern werde, bis die Fahrzeuge durch Spandau rollen werden.

Oberleitungsbusse sind leise und umweltfreundlich

O-Busse beziehen ihren Strom aus einer Fahrleitung, die über der Straße hängt, ähnlich wie bei der Straßenbahn. Die Busse sind aber nicht nur umweltfreundlich, weil abgasarm, ihre Fahrgäste werden auch leise befördert, und die Fahrzeuge sind durch die sich während der Fahrt aufladenden Batterien nicht an Schienen gebunden.  

Petra Nelken, die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), sagte am Sonntag der Berliner Zeitung, Spandau sei für den Testlauf von O-Bussen ideal. Vorgesehen sei eine für den Verkehr mit solchen Fahrzeugen „abgeschlossene Örtlichkeit“, und die Menschen dort hätten schon seit langem eine Straßenbahn gefordert.

O-Busse in Berlin: Keine neue Idee

Der O-Bus sei so etwas wie ein Ersatz dafür. Auch nach ihren Worten befindet sich das Projekt noch in einer sehr frühen Phase. Doch sei der Einsatz von Oberleitungsbussen seitens des Senats erwünscht. Die BVG müsse nun einen Planungsantrag stellen. Installiert werden müssten laut Nelken nicht nur Oberleitungen, auch müsse der Kauf der Busse ausgeschrieben und entsprechende Betriebshöfe zur Verfügung gestellt werden.

Jahrzehntelang kurvten O-Busse durch Berlin. Die letzte Linie, die O37 zwischen Lichtenberg und Marzahn, wurde 1973 im Ostteil der Stadt eingestellt. Noch heute fahren O-Busse durch Eberswalde. Die Stadt im brandenburgischen Barnim hielt als eine von drei deutschen Städten mit Erfolg an dieser Technologie fest. Die Fahrzeuge mit dem Stromabnehmer sind dort auf zwei Linien unterwegs. Derzeit prüft man in Eberswalde offenbar, den O-Bus-Verkehr auszuweiten.