Öffentliche Gewalt gegen Homosexuelle: Körperverletzung und Nötigung - 291 Straftaten

Die Attacken reichen von Beleidigungen bis zu schwerer Körperverletzung und Raub: Das Schöneberger Schwulenprojekt Maneo hat am Dienstag Zahlen zu Gewalttaten mit homophobem Hintergrund veröffentlicht: Demnach wurden im vergangenen Jahr exakt 291 Straftaten gegen Homosexuelle in Berlin registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Anstieg.

Die Übergriffe fanden laut Maneo-Projektleiter Bastian Finke zu einem erheblichen Anteil in der Öffentlichkeit statt, auf der Straße, in Lokalen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. 25 Prozent der Fälle ereigneten sich in Schöneberg. Danach folgen Mitte und Tiergarten mit je 10 Prozent, in Kreuzberg und Neukölln ereigneten sich jeweils 9 Prozent der Straftaten.

Bei den Fällen, die angezeigt wurden, handelte es sich hauptsächlich um Körperverletzung (32 Prozent). Es folgen Nötigung (26 Prozent), Beleidigungen (19 Prozent) und Raub (14 Prozent). Das Schwulenprojekt Maneo selbst bekam 2012 Bombendrohungen.

Zusätzliche Mittel für Arbeit mit Flüchtlingen

Finke lobte die Zusammenarbeit mit der Polizei. „Wir haben in jeder Direktion einen Ansprechpartner bei homophober Gewalt.“ Seit November 2016 erhalte Maneo zudem zusätzliche Mittel für die Arbeit mit Flüchtlingen, sagte er.

So gingen zwei Mitarbeiter gezielt zu Orten, an denen sich Flüchtlinge aufhielten. Außerdem stehe einmal in der Woche ein arabischer Dolmetscher am Telefon zur Verfügung. Anlass des jährlichen Maneo-Reports ist der Internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai.