Jede Fahrpreiserhöhung ist unangenehm. Doch es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die nächste Anhebung der Nahverkehrstarife in Berlin und Brandenburg verhältnismäßig gering ausfallen wird. Es gilt als so gut wie sicher, dass die Preise bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der S-Bahn und den anderen Unternehmen zum 1. Januar 2016 im Schnitt um rund 1,9 Prozent steigen werden. Bei der jüngsten Verteuerung zu Beginn dieses Jahres waren es 2,3 Prozent. Nun wurden weitere Details der Tarifpläne bekannt.

Nach Informationen der Berliner Zeitung steigt der Monatspreis der Schülerkarte im Januar vermutlich von 29 auf 29,50 Euro. Die Berliner Geschwisterkarte verteuert sich ebenfalls um 50 Cent – auf 18 Euro.

Auch der Preis der Berliner Sieben-Tage-Karte wird um 50 Cent angehoben. Statt derzeit 29,50 müssen 30 Euro bezahlt werden. Wer sich nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch im Umland bewegen will, zahlt 70 Cent mehr. Künftig werden für Sieben-Tage-Karten im Tarifbereich Berlin ABC 37,20 Euro fällig.

Monatskarte fürs Rad nicht teurer

Spürbar höher als der Durchschnitt fällt die Tariferhöhung bei der Fahrrad-Monatskarte für Berlin und Umland aus. Ihr Preis soll um fast 6,3 Prozent steigen – um 80 Cent auf 13,50 Euro. Besser haben es jene Fahrgäste, die ihr Rad nur innerhalb von Berlin in die Bahn mitnehmen wollen. Die Fahrrad-Monatskarte fürs Stadtgebiet (derzeit 10,20?Euro) soll sich nicht verteuern, hieß es.

Keine Preiserhöhung – das gilt wie berichtet auch für andere Fahrkarten. So sollen der Preis des Einzelfahrscheins für Berlin (derzeit 2,70 Euro), des Einzelfahrscheins für Berlin und Umland 3,30 Euro) und der Vier-Fahrten-Karte (9 Euro) unverändert bleiben. Damit werden Kunden, die in Berlin nur gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs sind, von Anhebungen verschont.

Dagegen zeichnet sich ab, dass sich Stammkundentickets verteuern – zum Beispiel die Monatskarte für Berlin, die statt 79,50 dann 81 Euro kosten soll. Der Preis der Monatskarte Berlin ABC soll knapp unter 100 Euro bleiben: Statt 98,50 müssen die Fahrgäste ab Januar 99,90 Euro zahlen.

Niedrige Inflation - niedrige Fahrpreiserhöhung

Als letztes Gremium befasst sich der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg Ende September mit den Plänen. Dass die Preise nicht so stark steigen, hat einen Grund: Die Tarife werden nach einem Index berechnet, der die Entwicklung der Lebenshaltungs- und der Energiekosten in den vergangenen fünf Jahren beschreibt. Weil die Inflation niedrig ist, fällt auch die Fahrpreiserhöhung niedrig aus.

Trotzdem bekräftigte der Fahrgastverband IGEB seine Kritik. „Die Leistungen der BVG und der S-Bahn sind seit Monaten mangelhaft“, so der Verband. Fahrzeugknappheit bei der U-Bahn und Personalmangel bei der Straßenbahn nerven die Fahrgäste. Bei der S-Bahn waren Streiks und Signalstörungen schuld daran, dass Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit abgenommen haben.