Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 20-jährigen Amanda K. ist am Dienstag die Öffentlichkeit bis zum Urteil ausgeschlossen worden. Zur Begründung hieß es: Prozessbeobachter und Zuschauer hätten offenbar Einfluss auf den Gesundheitszustand des Mannes, dies würde die Beweisaufnahme erschweren. Hamin E. war am Dienstag im Saal zusammengebrochen. Der unter Verfolgungswahn leidende Mann hatte offenbar „seine Verfolger“ unter den Zuschauern gesehen.

Der 26-jährige Angeklagte hat bereits zugegeben, am späten Abend des 19. Januar 2016 die ahnungslos auf den Zug wartende Amanda K. vom Bahnsteig des Bahnhofs Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg vor eine einfahrende U-Bahn geschubst zu haben. Der Zug hatte die junge Frau überrollt und getötet. Der Mann soll bei der Tat wegen einer psychischen Erkrankung schuldunfähig gewesen sein. Laut Anklage leidet er an einer paranoiden Schizophrenie. Die Staatsanwalt strebt daher die Unterbringung in die Psychiatrie an.

Hamin E. lebte in Hamburg. Anfang 2016 soll er sich selbst in ein Krankenhaus begeben haben. Offenbar fühlte er sich verfolgt. Einen Tag vor der Tat wurde er nach einem Streit entlassen. Ärzte sahen bei ihm keine akute Eigen- und Fremdgefährdung. Hamin E. fuhr daraufhin mit dem Zug nach Berlin.

Unklar ist, warum er nicht längst in Hamburg in der Psychiatrie untergebracht wurde. Hamin E. soll voriges Jahr immer wieder Straftaten begangen, die Staatsanwaltschaft die Verfahren aber stets mit Verweis auf die Schuldunfähigkeit des Mannes eingestellt haben. Daraufhin soll Hamin E. angekündigt haben, immer weiter machen zu wollen, bis er endlich in die Psychiatrie komme.