Mehrere Betreiber von Flüchtlingsunterkünften haben gegen den Berliner Senat Klage eingereicht. Grund sind offene Forderungen an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Diese sollen sich auf hohe zweistellige Millionenbeträge belaufen, es könnten aber auch mehr als 100 Millionen sein, berichtet die „Berliner Morgenpost“ am Dienstag. Die Rechnungen stammen aus den Jahren 2015 und 2016. 

Etwa 20 Heimbetreiber seien betroffen, die für 46 Unterkünfte verantwortlich waren. Große, anerkannte Sozialunternehmen seien vor allem in Not. So fehlen der Awo Mitte etwa 1,7 Millionen Euro und dem Europäischen Jugend- und Fürsorgewerk etwa 7,5 Millionen Euro.

Nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ will die Senatsverwaltung die Zahlungs-Frage bis Ende des Jahres regeln. Den Trägern seien zwei Möglichkeiten angeboten worden: die Abrechnung der tatsächlichen Ist-Kosten oder die Neuberechnung der kalkulierten Pauschalen.

Die Berliner FDP forderte „volle Transparenz und eine komplette Auflistung aller offenen Forderungen“. „Die Berliner Flüchtlingssituation konnte nur aufgrund des großen Engagements von Trägern und gemeinnützigen Organisationen gemeistert werden“, erklärte die FDP-Finanzpolitikerin Sibylle Meister. „Nun ist es nicht nur eine Sache des Respekts, sondern auch eine Selbstverständlichkeit, die Rechnungen der Heimbetreiber endlich zu begleichen.“
(BLZ/dpa)