Berlin - In einem Brief an die Gema forderte der Chef der Senatskanzlei, Staatssekretär Björn Böhning, ein Überdenken der Pläne, wie die Senatskanzlei mitteilte. Das Vorhaben würde nach Böhnings Worten für einen Teil der Hauptstadt-Clubs zu „massiven Kostensteigerungen“ führen. Er appelliert an die Beteiligten, das anstehende Schiedsverfahren zu nutzen, um einen Interessenausgleich zu finden.

Böhning unterstrich, dass Berlin eine kreative und innovative Musikszene habe, in der Clubs und Konzerte ein wichtiger Faktor seien. Diese bräuchten als wirtschaftliche Grundlage für ihr Gewerbe bezahlbare Gebührensätze. Deshalb bitte er die Gema, ihre Forderungen zu überprüfen.

Katrin Schmidberger, Sprecherin der Grünen für Clubkultur, sagte, die Tarifreform beinhalte zum Teil absurde Neuregelungen. „Eine Kultur des kreativen Nachtlebens, wie sie Berlin in den zurückliegenden 20 Jahren weltweit berühmt gemacht hat, ist unter diesen Bedingungen nicht mehr vorstellbar.“ Im Zusammenhang mit den steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten zeichne sich für die Clubkultur kein gutes Bild ab.

Weitere Proteste am Sonnabend

Aus Protest gegen die geplante Erhöhung der Tarife soll an diesem Samstag bundesweit in rund 500 Clubs und Discos die Musik ausgehen - fünf Minuten vor Mitternacht. „Die Aktion soll dazu dienen, die Gäste zu informieren“, sagte der Geschäftsführer des Discothekenverbandes BDT, Stephan Büttner, am Mittwoch in Berlin.

Die Clubs sollen künftig zehn Prozent des Eintritts für Musiknutzung an die Verwertungsgesellschaft GEMA zahlen. Befürchtet werden negative wirtschaftlichen Folgen.

Die Reform würde laut Büttner im Schnitt Mehrkosten von 500 Prozent bringen. Die fünf Minuten lange Protest-Aktion soll ausdrücken: „Leute, passt auf, sonst gehen im nächsten Jahr die Lichter an und die Musik aus.“ Die Verwertungsgesellschaft müsse ihre Pläne zurücknehmen. (dpa/dapd)