Berlin - Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museums, hat am Montag ihrer Bestürzung über die plötzliche Abberufung der renommierten Leiterin des Ponischen Instituts Berlin, Katarzyna Wielga-Skolimowska, in einem offenen Brief Ausdruck verliehen.  Das Schreiben ist an den polnischen Botschafter in Deutschland, Andrzej Przylebski, adressiert und von 13 Kulturschaffenden unterschrieben. 

Wielga-Skolimowska habe es verstanden, das zeitgenössische Polen den Menschen nahe zu bringen, ist dort zu lesen. „Eine bessere Fürsprecherin für die Angelegenheit Polens werden Sie nicht finden“, schreibt Cilly Kugelmann weiter. Die polnisch-deutschen Beziehungen seien eng und freundschaftlich, was angesichts der deutschen Geschichte nicht hoch genug bewertet werden könne.

Mit sofortiger Wirkung entlassen

Engagierte und kenntnisreiche Vermittler wie Wielga-Skolimowska hätten entscheidend dazu beigetragen. Den Brief unterzeichnet haben unter anderen Thomas Oberender (Berliner Festspiele), Uwe Neumärker (Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas), Shermin Langhoff (Maxim-Gorki-Theater), Thomas Krüger (Bundeszentrale für Politische Bildung), Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag), Thomas Köhler (Berlinische Galerie) oder Hermann Simon (Centrum Judaicum).

Wielga-Skolimowska hatte 2013 die Institutsleitung übernommen, ihr Vertrag läuft noch bis Sommer 2017. Das Außenministerium aber hat die Kulturmanagerin am vergangenen Dienstag mit sofortiger Wirkung abberufen. (BLZ)