Da liegen sie wieder, die traurigen Gerippe einst edler, stattlicher Erscheinungen. Gerade waren sie noch bunt und festlich geschmückt, stolz aufgestellt an den prominentesten Plätzen in den Wohnzimmern dieser Stadt. Dort versprühten sie zeremoniellen Glanz, diesen ganz besonderen, nicht wirklich beschreibbaren Zauber. Unter ihren ausladenden Ästen haben sie Geschenke behütet und mit ihrer Pracht eine geborgene Atmosphäre geschaffen. Und nun liegen sie da wieder, draußen auf den Gehwegen, und werden angepinkelt. Irgendwie undankbar.

Vor einer Woche zeugten die ersten Nadeln im Hausflur schon davon, dass der Abholtermin der Stadtreinigung wohl näher rückte. Es gibt ja sehr unterschiedliche Zeiträume, in denen die Bäume die Wohnungen schmücken. Manche Familien können es gar nicht erwarten und bauen sie gleich zu Beginn der Adventszeit auf, dann aber vermutlich auch recht bald nach Neujahr wieder ab – denn was früher steht, wird länger nadeln. Andere stellen den Baum traditionell erst am Morgen von Heiligabend auf und behalten ihn bis zum gedanklichen Eintreffen der Heiligen Drei Könige am 6. Januar in ihrer Mitte.

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