Ralf-Otto Limbach liebt alte Autos. Und er glaubt, dass auch andere Menschen an Oldtimern Spaß haben. Er fährt einen gut 50 Jahre alten Aston Martin DB4. „Das ist eines der schönsten Fahrzeuge. Diesen Motor zu starten, ist ein Genuss“, sagt er. Sein exklusives Hobby will der 51-Jährige jetzt in Berlin mit anderen teilen. Viele Fabrikhallen hat er sich in der Stadt angesehen, und sich schließlich für eine in Wittenau entschieden. Dort hat er seinen Auto Classics Club eingerichtet, am Freitagabend hat er mit 100 Gästen die Eröffnung der Halle auf dem Gelände der Gewerbesiedlungs-Gesellschaft GSG in der Lübarser Straße 40 gefeiert.

Porsche, Borgward, Maserati

Edelkarossen wie Porsche, Borgward, Maserati, Lamborghini und Jaguar sollen dort einmal parken. Damit man sich einen Eindruck davon verschaffen kann, hat Limbach bereits zwei Rennwagen von Jörn-Axel Meyer zwischen den Stahlträgern ausgestellt. Zum Beispiel einen silberfarbenen Ford GT 40, der für Langstreckenrennen entwickelt wurde. Nur gut 100 Stück wurden bis 1968 gebaut, vielleicht 20 Wagen existieren weltweit noch.

Limbach will in der Halle nun seine Idee einer Oldtimer-Garage verwirklichen. Er war seit 1990 fast zwei Jahrzehnte in führenden Positionen bei BMW und Volkswagen tätig und für das Lateinamerika-Geschäft verantwortlich. Und nun Wittenau? Der Standort sei ideal, zumal die hundertjährige Historie des Geländes zu seinem Konzept passe, sagt Limbach. Denn die riesigen Montagehallen aus rotem Backstein wurden 1913 für die Fahrzeugfabrik F. G. Dittmann errichtet. 1976 wurde das Gelände vom Land Berlin der GSG übertragen und 1988 vollständig samt Verwaltungsgebäude und Pförtnerhaus saniert.

In der 2200 Quadratmeter großen Oldtimerhalle finden nun 83 Autos Platz. Sein Club biete Dienstleistungen rund um die alten Karossen an, um deren Wert zu erhalten und sie bei regelmäßig 13 bis 15 Grad Temperatur unterzubringen. „Im Club sollen sich die Mitglieder austauschen. Wir kümmern uns um die Autopflege, stellen auch Ausflüge zusammen.“ Die Jahresmitgliedschaft kostet 500 Euro, ein Parkplatz 189 Euro Monatsmiete.

Exklusiv hat Limbach die Idee einer Großgarage für Oldtimer nicht. Schon vor gut zehn Jahren wurde im ehemaligen Straßenbahndepot an der Moabiter Wiebestraße das Meilenwerk eröffnet, das heute unter dem Namen Classic-Remise firmiert. Das Konzept mit gläsernen Boxen, damit sich Besucher an den Fahrzeugen erfreuen können, hat Martin Halder entwickelt. Nachdem er sich 2011 von den einstigen Geschäftspartnern getrennt hat, will er nun auf der Insel Eiswerder in Spandau ab 2014 alte Industriehallen umbauen und 80 Oldtimer-Boxen einrichten – Service inklusive.

Diese Art der Unterbringung gefällt Limbach nicht, weil diese Hallen für die Öffentlichkeit geöffnet sind, er bevorzuge lieber das Club-Konzept. Also eine geschlossene Gesellschaft. Dennoch kommt Limbachs Idee bei der GSG gut an. „100 Jahre nach Dittmann sind wir hier wieder beim Autobau“, sagt GSG-Geschäftsführer Sebastian Blecke. Denkmalgerecht wurden ein neues Hallentor eingebaut und die Brandmeldetechnik erneuert.

Seinen Oldtimer nur in einer Halle stehen haben, wäre für Stefan Krell aus Tegel nichts. Er hat einen Jaguar E-Type von 1972, 12 Zylinder, 5,4 Liter Hubraum, Speichenfelgen. Er trifft sich gern mit anderen, um über Oldtimer zu reden. Krell will aber regelmäßig mit seinem Wagen unterwegs sein, „wenn er Lust drauf hat“. Sein Motto: „Oldtimer müssen gefahren werden.“