BerlinWenige kennen Berlins dunkle Seiten so gut wie Oliver von Dobrowolski. In den vergangenen Wochen war er im Schichtdienst manchmal fast rund um die Uhr  im Einsatz: an der Oberbaumbrücke und Warschauer Straße, am Kottbusser Tor, im Görlitzer Park und am Alexanderplatz. Die Drogenszene ist allgegenwärtig. Und immer wieder kommt es zu Gewaltdelikten. Trotzdem liebt der Kriminalhauptkommissar „die Arbeit an der Basis“, den Einsatz an den sozialen Brennpunkten der Hauptstadt.

Heute ist sein erster freier Tag. Wir treffen uns im bürgerlichen Südwesten Berlins, dort ist er aufgewachsen. Oliver von Dobrowolski, 44 Jahre alt, wirkt durchtrainiert, trägt Jeans, trinkt einen grünen Tee mit frischer Minze. Grün – wie die Organisation, der er angehört. Nach Dienstschluss engagiert er sich als Bundesvorsitzender von PolizeiGrün, ein Zusammenschluss von Polizisten, die Bündnis 90/Die Grünen nahestehen. Sie setzen sich für eine tolerante, kritikfähige und rechtsstaatliche Bürgerpolizei und eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Polizei, Bürgern, Politik und Medien ein. Das scheint in einer Zeit, in der die Polizei immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik steht, dringend notwendig zu sein. Oft hat es in diesem Jahr Enthüllungen über rechtsextreme Chatgruppen in der Polizei, über Gewalt aus rassistischen Motiven gegeben.

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