Allein die Bewerbung für die Olympischen Spiele würde Berlin nach Angaben des Senats rund 50 Millionen Euro kosten. Diese Summe falle für den Zeitraum 2015 bis Herbst 2017 an, teilte Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine Anfrage der Partei Die Linke mit. Bezahlt werden müssten Werbeveranstaltungen, Planungen, Gutachten, Öffentlichkeitsarbeit, Personal, Büromieten, Computer, Betreuung von Delegationen, Beratungen und Reisekosten.

Die Linke-Sportpolitikerin Gabriele Hiller kritisierte: „Angesichts des immensen Sanierungsstaus unter anderem bei Schultoiletten und wohnortnahen Sport- und Schwimmhallen, ist es unverantwortlich, dieses Geld für eine Olympiabewerbung zu verpulvern.“ Die Steuergelder müssten den Berlinern zu Gute kommen und nicht nur dem IOC.

Die Ausrichtung der Olympischen Spiele würde Berlin nach früheren Schätzungen von Henkel etwa zwei Milliarden Euro kosten. Gegner der Bewerbung, wie der frühere Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) schätzen, dass die Kosten sich wegen der hohen Anforderungen des IOC mindestens verdoppeln.

2017 gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Austragungsort für die Olympischen Spiele 2024 bekannt. Ob Berlin oder Hamburg sich bewirbt, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund Ende dieses Jahres. In einer nicht-repräsentativen Internet-Umfrage des Senats forderten in einem Zwischenstand kürzlich 76 Prozent der Teilnehmer, Berlin sollte bei einer Bewerbung besonders den Aspekt Bescheidenheit betonen - Olympia müsste sich entsprechend der ausrichtenden Stadt anpassen. (dpa)