Berlin - Ein halbes Jahr nach ihrer erfolgreichen Twitter-Aktion geht die Berliner Polizei wieder per Kurznachrichtendienst an die Öffentlichkeit. An diesem Freitag twittert die Polizei von 12.00 bis 24.00 Uhr einen Großteil der Einsätze aus zwei Wachen, sogenannten Polizeiabschnitten. Das sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Zusätzlich zu den deutschsprachigen Tweets wird in einem neuen Twitterkanal (@polizeiberlin_I) auch auf Englisch und Türkisch mitgeteilt, was gerade passiert. „Wir wollen auch fremdsprachige Menschen ansprechen, das wird auch in Zukunft über den neuen Kanal immer mal wieder so sein.“ Als Beispiel nannte Kandt internationale Sportereignisse wie das Champions-League-Endspiel 2015 in Berlin oder spezielle Hinweise für Touristen.

Wo in Berlin die beiden Polizeiabschnitte liegen, wird erst kurz vorher bekanntgegeben. Es sollen aber Stadtteile mit intensiver Polizeiarbeit sein. „Jetzt gibt es auch die Weihnachtsmärkte, das gibt nochmal ein besonderes Flair. Wir zeigen das Spektrum der Stadt zu einem Teil.“ Polizeisprecher Stefan Redlich sagte: „Man kann das auch unter das Motto stellen: Per Twitter auf Streife.“

Werben um den Nachwuchs

Kandt betonte: „Die Polizei soll ja spannend sein, und die Polizei in Berlin ist spannend.“ Diesmal wolle man zeigen, was lokal auf der Wache passiere. Der Polizeipräsident sagte: „Es ist doch schön, wenn man zeigen kann, was man tut. In welchem Beruf ist das denn schon möglich?“

15 Polizisten und einige Pressesprecher begleiten die Arbeit in den beiden Wachen und die Streifenwageneinsätze. Mit Hilfe von Smartphones und Tablets senden sie Texte und Bilder nach draußen.

Ausdrücklich will die Polizei mit der Twitter-Aktion unter dem Hashtag #12hWache auch um Nachwuchs werben. Bis Ende Januar läuft noch die aktuelle Bewerbungsphase. Im Herbst 2015 werden 450 Auszubildende eingestellt.
Derartige Aktionen mit neuen Themen solle es auch in Zukunft immer wieder geben. „Es ist wichtig, den Leuten zu zeigen, was macht die Polizei eigentlich“, sagte Kandt.

Am 6. und 7. Juni twitterte die Berliner Polizei in einer deutschlandweit neuen Aktion alle Einsätze, die über die Notrufzentrale abgewickelt wurden. 1030 Nachrichten (Tweets) wurden abgesetzt. Die Zahl der sogenannten Follower stieg auf fast 20.000. Inzwischen liegt sie für diesen Twitterkanal bei knapp 34 000. Die Resonanz in der Bevölkerung und bei den Medien war positiv. (dpa)