BerlinÜber das sogenannte Studentenleben gibt es nicht wenige Klischees. Die meisten beschreiben das, was neben, nach und außerhalb der Hörsäle stattfindet. In den Geisteswissenschaften wird in der WG-Küche bei einem Glas billigem Rotwein bis in die späte Nacht über Marx, Butler und Foucault gestritten. Die Ingenieure betrinken sich auf Chartmusik, die IT-ler verkriechen sich zum gemeinsamen Coden in irgendwelche Keller, in der Architektur verkünstelt man sich rund um die Uhr an wichtigen Projekten und nicht zuletzt an sich selbst. Sie mögen zutreffen oder nicht – was diese Vorstellungen aber verraten, ist, dass ein erheblicher Teil des Studiums darin besteht, an der eigenen Identität, einem Zugehörigkeitsgefühl und einer geistigen Verortung in der fachlichen Gemeinschaft zu arbeiten.

Dazu gehört die studentische Selbstorganisierung oder das Engagement in Hochschulgruppen genauso wie Mensa-Gespräche, Lerngruppen in der Bibliothek, Partys und Kneipenabende. Ein wichtiger Ausgangspunkt dafür ist das physische Zusammenkommen auf dem Campus. Unter pandemischen Bedingungen? So gut wie unmöglich. Im Frühjahr wurden Lehre, Verwaltung und Beratung über Nacht fast vollständig digitalisiert und der analoge Begegnungsraum Campus verschwand.

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