An einer Hauswand ganz in unserer Nähe hängt ein großes Plakat. Es wirbt für die Kammeroper „Schattenlos“ im Köpenicker Schlossplatztheater, „die den Horror unserer von Gier zerfressenen Gegenwart mit neuen Tönen zum Klingen bringt“.
„Wat is’n dit für ne Werbung?“, fragt mein alter Schulkumpel, der sie auch gesehen hat. „Würdest du in so ’ne Oper jehn?“ – „Weiß nich“, sage ich. – „Na, stell dir ma vor: klingender Horror ’n janzen Ahmt lang. So formuliert man doch keene Einladung. Davon ham’ die Leute doch schon am Taare jenuch!“ 

– „Stimmt“, sage ich: „Aber manche brauchen’s eben auch am Abend.“ – „Und denn: von wejen neue Töne. Ick gloobe, inne Musik hat et schon alle Töne jejeben. Jibt et nich schon ’ne Oper, wo se Katzen am Schwanz uffhängen? Und die müssen dann zu im Takt klappernden Mülltonnen jaul’n?“ – „Ich glaube, so was gibt’s nicht“, sage ich. „Wegen Tierschutz und so.“ Bin aber jetzt neugierig geworden, was es wirklich so alles gibt.

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