Berlin - Ein Kabel fehlt. So ein Cinch-Kabel, das den Computer mit den Boxen verbindet. Das ist ärgerlich, denn ohne Kabel gibt es keine Musik und ohne Musik keine Oper. Dabei läuft sonst alles perfekt. Das Boot liegt vor Anker, goldene Folie flattert im Wind, die Sängerin stimmt sich ein. „So ein Kabel hätte ich da“, ruft da einer am Ufer. Er wird Rudi genannt, er sitzt auf einem Plastikstuhl am Landwehrkanal, zusammen mit Siggi, Gunnar, Erik und Enten-Mike. Die Männer haben ihre kleinen Boote am Ufer festgemacht, sie trinken dort jeden Tag Bier oder Wein. Rudi hat soeben die Generalprobe gerettet.

Am heutigen Donnerstagabend soll es nämlich eine Oper geben auf dem Landwehrkanal, im „Lohmühlendreieck“, wo Kreuzberg, Neukölln und Treptow aufeinandertreffen. Eine einmalig aufgeführte Oper fürs Volk soll es sein, nur mit Arien, aus Puccinis „La Bohème“, aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“, aus Verdis „La Traviata“ – und mit freiem Eintritt für alle. Eine „Oper to go“, würde Dominique Wolf sagen, sie hat sie „Nospreenovela“ genannt.

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