Berlin - Die Oranienstraße in Kreuzberg schmücken weit über 100 kleine Geschäfte, von der Änderungsschneiderei über Buch- und Fahrradläden, Kneipen, Restaurants und Spätis. Laut Nachbarschaftsinitiativen versuchen Investoren und Immobilienbesitzer seit geraumer Zeit, aus dem attraktiven Kiez Profit zu schlagen. Große Immobilienfonds kaufen ganze Häuserzeilen auf und kündigen den dort ansässigen Gewerbetreibenden. Die Folge sind gescheiterte Existenzen, Einjahresverträge und steigende Mieten.

Wirksame Schritte zum Schutz der Gewerbetreibenden

Gegen die drohende Verdrängung der kleinen Läden regt sich jedoch ein starker Widerstand: Anwohner haben die Initiative ORA35 gegründet und organisieren gemeinsam mit den Nachbarschaftsinitiativen Bizim Kiez und GloReiche Nachbarschaft sowie zahlreichen Gewerbetreibenden eine Protestaktion.

87 Gewerbetreibende und Sozialeinrichtungen aus der Oranienstraße haben sich zusammengetan. Die Initiative fordert die Politik auf, wirksame Schritte zum Schutz der Gewerbetreibenden einzuleiten. Um ein Zeichen zu setzen, werden am Mittwoch, den 18. Oktober 2017 in der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr die Schaufenster in über der Hälfte der Läden in der Oranienstraße verhängt. Auch Gewerbemieter der Seitenflügel beteiligen sich und stellen Tische und Bänke auf die Bürgersteige. Sie sollen zum Verweilen und zum Gespräch einladen. (BLZ)