Berlin - Bevor Bruder Han-Yol über Versöhnung sprechen kann, über die große Gemeinschaft der Nationalitäten, über Hoffnung und Frieden, klingelt sein Handy. Es klingelt eigentlich ständig, seit er es an diesem Morgen angestellt hat. Er geht ran, spricht abwechselnd Deutsch und Französisch. 30 000 Jugendliche aus Europa werden bis Mittwoch nach Berlin kommen. Sie werden über ihren Glauben sprechen und wie man mit ihm kreativ leben kann; sie werden mit Mitgliedern des Bundestages diskutieren, über Solidarität in der Wirtschaft und über die Zukunft Europas. Sie werden mit Zeitzeugen an den Überresten der Berliner Mauer entlang gehen oder sich das Interkulturelle Zentrum in Neukölln ansehen. „Auf dem Weg zu einer neuen Solidarität“ heißt das Motto des 34. Europäischen Jugendtreffens, das von von der ökumenischen Ordensgemeinschaft Taizé organisiert wird. Bruder Han-Yols Wangen sind gerötet, er atmet tief durch und blickt durch das gläserne Dach der Berliner Messehallen in den verwaschen grauen Dezemberhimmel. Das Chaos aus Rollkoffern, Rucksäcken, Isomatten, Schlafsäcken, das sich schon jetzt vor ihm ausbreitet, ist erst der Anfang, die ersten paar Tausend Jugendlichen sind schon da, um bei der Organisation zu helfen. Das gemeinsame Essen muss vorbereitet, die Messehallen für die Gebete dekoriert werden, mit Tüchern, Kerzen und großen Bildern. „Wie eine Kathedrale“, sagt Bruder Han-Yol.

Premiere in Berlin

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