Orkan über Deutschland: Die Berliner „Friederike“-Bilanz

Orkantief „Friederike“ hat in Berlin keine größeren Schäden angerichtet. „Einige Bauteile wie Zäune und Baken mussten weggeräumt werden und ein paar Bäume standen schief“, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr. Viel mehr sei aber nicht passiert. Ähnlich viel auch die Bilanz der Polizei am Morgen aus. 

450 Notrufe in Brandenburg - ein Toter

Die Brandenburger Polizei musste allerdings zu 78 witterungsbedingten Einsätzen ausrücken. „Meistens waren umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste der Grund“, erklärte ein Polizeisprecher. 450 Notrufe gingen demnach am Donnerstagnachmittag und am Abend bei der Behörde ein, die meisten davon in den betroffenen Gebieten in Südbrandenburg. Insgesamt gab es 14 Verkehrsunfälle, 12 davon mit Sachschäden. 

Auf der Autobahn A13 (Berlin-Dresden) starb ein Lastwagenfahrer, als sein Fahrzeug von einer Windböe erfasst wurde und umkippte. Am Abend hob der Deutsche Wetterdienst in Potsdam seine Warnungen vor orkanartigen Böen für Berlin und Brandenburg auf.

Bahnverkehr noch eingeschränkt

Am Berliner Hauptbahnhof warteten am Vormittag immer noch Hunderte Reisende auf ihre Weiterfahrt. Für diese gab es einen Aufenthaltszug. Vor allem im Fernverkehr fielen einige Verbindungen aus, etwa nach Düsseldorf, Hamburg und München. Auch die Strecke in Richtung Leipzig war laut einer Bahnsprecherin noch gesperrt.

Im Regionalverkehr fielen am Vormittag ebenfalls noch einzelne Verbindungen aus. So war die Strecke des RE 5 zwischen Berlin und Oranienburg gesperrt. Nach Angaben der Bahn wurden dafür aber Umleitungen und Ersatzverkehr eingerichtet. S- und U-Bahnen fuhren am Vormittag hingegen normal. „In unserem Netz gab es weder am Donnerstag noch heute Einschränkungen“, sagte die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz.

Wegen des Orkans hatte die Deutsche Bahn den Fernverkehr am Donnerstagnachmittag bundesweit eingestellt. Auch mehrere Flugverbindungen zwischen Berlin-Tegel und Amsterdam sowie mehreren Städten im Westen Deutschlands wurden gestrichen, wie ein Flughafensprecher sagte. Grund war die verschärfte Wetterlage an den Abflugs- beziehungsweise Zielorten.

Hunderte Menschen am Berliner Hauptbahnhof gestrandet

Mehrere Hundert Menschen waren nach Einstellung des Fernverkehrs der Bahn am Donnerstag in Berlin gestrandet.

Am Hauptbahnhof hatte die Deutsche Bahn einen ICE bereitgestellt, wo sich Wartende aufhalten und aufwärmen konnten. Dutzende Menschen standen an den Servicepoints des Unternehmens Schlange. Teilweise organisierten sie sich in kleinen Gruppen, um Sammeltaxis zu bestellen, etwa für das Fahrtziel Hamburg.

Deutschlandweit war „Friederike“ der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren. Bundesweit kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Über Berlin waren Sturmböen mit 65 bis 85 Kilometer pro Stunde hinweg gezogen. (BLZ/dpa)