Ost und West: Die turbulente Geschichte der Straßenbahnen in Berlin

Berlin hat eines der ältesten und größten Straßenbahnnetze der Welt mit einer wechselvollen Geschichte. Bereits 1881 fuhr die erste „Elektrische“ durch Groß-Lichterfelde. Während die rumpelnden und quietschenden Straßenbahnen bis heute nicht aus dem Stadtbild im Osten der Stadt wegzudenken (und zu überhören) sind, wurden sie im Westteil der Stadt ab 1954 schrittweise stillgelegt und durch Busse ersetzt. 

Der Niedergang der Straßenbahnen in West-Berlin

Die Straßenbahn war bis zum Kriegsverlauf ab 1943 eines der wichtigsten Verkehrsmittel für alle Berliner. Die Außenbezirke und Randgebiete waren durch das Straßenbahnnetz gut mit den Innenbezirken verbunden. Personal- und Strommangel, vor allem aber die Zerstörung durch Bombentreffer führten zu einem kompletten Zusammenbruch des Straßenbahnverkehrs am 23. April 1945. Doch schon bald nach Kriegsende fuhren die ersten Linien wieder.

Nach dem Krieg wurde entschieden, die Straßenbahn schrittweise durch andere Verkehrsmittel wie die U-Bahn und vor allem durch Busse zu ersetzen. Am 2. Oktober 1967 fuhr zum letzten Mal eine Straßenbahn in West-Berlin: Die Linie mit der Nummer 55, die vom Bahnhof Zoo über den Spandauer Damm bis Spandau-Hakenfelde fuhr, wurde an diesem Tag stillgelegt.

1998 fuhr die erste Tram wieder über den Alex

Im Osten der Stadt fuhren die Straßenbahnen dagegen auch nach dem Krieg weiter. Sie rumpelten durch die Friedrichstraße, quietschten durch die Schönhauser Allee und brachten Ausflüger nach Schmöckwitz. Allein am Alexanderplatz wurden 1967 die Straßenbahnen stillgelegt. Erst 1998 fuhr wieder die erste Tram über den Alex. 

Die schönsten Tram-Lieder

Über die wechselvolle Geschichte der Straßenbahnen gibt es mehrere Lieder. Die schönsten Straßenbahnlieder stammen aus der Feder und Kehle von Manfred Krug. Er besingt in seinen Liebesliedern eine unbekannte Mitfahrerin und verliebt sich in eine Schaffnerin. Das kraftvollste Lied ist „Mensch Meier" von Ton Steine Sterben. Rio Reiser singt 1972 zwar über Meiers Ölsardinen-Schicksal im 29er, also einem Bus. Da es um die Preise der West-Berliner BVG geht, passt es aber zum Thema Straßenbahn. Viel Spaß beim Hören!