Die Autogrammstunde eines Rappers hat in Schöneberg zu schwerer Randale durch Jugendliche und junge Erwachsene geführt. Der Krawall ereignete sich bereits in der Nacht zum vergangenen Sonntag.

Wie die Polizei erst auf Anfrage der Berliner Zeitung bestätigte, hatten Anwohner gegen 22 Uhr die Polizei in die Potsdamer-, Ecke Pallasstraße gerufen. Aus einer Gruppe von 10 bis 15 Personen heraus wurden vorbeifahrende Autos mit Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen. Als erste Beamte des Abschnitts 42 eintrafen, sahen sie wesentlich mehr Personen, die sich zum großen Teil auf der Fahrbahn aufhielten. Die Polizisten forderten Unterstützung an. Randalierer zertrümmerten unter anderem ein BVG-Wartehaus.

Nicht eine Festnahme

Die wenigen Polizisten konnten die Täter nicht verfolgen. Die Gruppe wuchs auf rund 200 Personen an, die nach Angaben von Ermittlern größtenteils türkisch- und arabischstämmig waren. Die Polizisten wurden beleidigt unter anderem mit Begriffen wie „Scheiß Bullen“, „Hurensöhne“, „Wichser“ und „Arschlöcher“. Laut Einsatzbericht wurde aus der Anonymität der Gruppe zudem zu Straftaten aufgerufen wie „Scheiß Bullen auf die Fresse, macht sie fertig.“

Schließlich konnten rund 60 Polizisten zusammengezogen werden, darunter Zivilbeamte von zwei benachbarten Polizeiabschnitten, Polizisten einer Einsatzhundertschaft und Hundeführer. Sie konnten den Mob gegen 23 Uhr zerstreuen – allerdings nicht einen der Randalierer fassen.

Schon zu Silvester gab es Randale

Den Grund für die Randale stellte die Polizei erst im Laufe des Einsatzes fest: Der Rapper Capital Bra hatte eine spontane Autogrammstunde angekündigt. Wegen der Ausschreitungen brach er sie ab. „Capital Bra hat damit nichts zu tun“, erklärt ein Moderator des Youtube-Portals Rap Check. „Er wollte den Fans eigentlich nur eine Freude bereiten. Doch einige Fans fingen an zu randalieren.“

Die Polizei leitete nach Angaben einer Sprecherin Ermittlungsverfahren ein wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, Beleidigung, Sachbeschädigung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten. 

Die Gegend um die Pallasstraße ist immer wieder Ziel von Polizeieinsätzen. Ein ähnliches Klientel wie am vergangenen Wochenende war bereits in der letzten Silvesternacht auf die Polizei losgegangen. Aus größeren Gruppen heraus waren Beamte immer wieder mit Pyrotechnik beschossen und mit Flaschen beworfen worden.