Berlin: Die neue Corona-Impfung ist da, aber das Impfzentrum bleibt leer

Die neue Impfung ist besonders für Risikopatienten gedacht und schützt auch vor den Omikron-Varianten BA.4 und BA.5. Doch der Andrang hält sich in Grenzen.

Andrea Ferber, Leiterin des Impfzentrums Ring-Center in Friedrichshain, im Impfzentrum. 
Andrea Ferber, Leiterin des Impfzentrums Ring-Center in Friedrichshain, im Impfzentrum. dpa/Annette Riedl

An diesem Dienstagmorgen ist im Impfzentrum im Ring-Center in Friedrichshain noch nicht viel los. Und das, obwohl hier der neue Impfstoff verabreicht wird. Das Produkt von Biontech/Pfizer ist an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 von Sars-CoV-2 angepasst. Viel Andrang herrscht trotzdem nicht. Ab und zu kommen ein paar Leute durch den Regen gelaufen, viele bereits mit Termin. Aber auch ohne vorab gebuchten Termin geht es schnell, es stehen kaum Menschen an.

Tom Kohlschmidt hat gerade seine vierte Impfung bekommen. Er ist ohne Termin vorbeigekommen und musste nicht lange warten. Ihm sei das Impfen wichtig, außerdem passte es gerade von der Zeit, sagt der 56-Jährige.

Im Ring-Center: Das letzte geöffnete Berliner Impfzentrum

Während in Berlin bereits knapp 80 Prozent der Menschen grundimmunisiert sind, haben bisher nur 63 Prozent ihre erste Auffrischungsimpfung erhalten, so eine aktuelle Statistik des RKI. Empfohlen wird die vierte Impfung bisher nur für Menschen über 60 Jahre, Gruppen mit Risikofaktoren und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Das Impfzentrum im Ring-Center ist das letzte in Berlin, das noch geöffnet hat. Die meisten Impfungen finden inzwischen über Hausärzte oder Apotheken statt, einige Praxen wurden heute auch schon mit dem neuen Impfstoff beliefert.

Auch Christoph Kraemer hat sich gerade seine zweite Booster-Impfung geholt. „Es geht mir ja auch um meine Gesundheit“, sagt er. Außerdem wolle er sich gerne absichern, für den Fall, dass doch noch mal neue Maßnahmen kommen.

Corona: Was das neue Infektionsschutzgesetz vorschreibt

Im neuen Infektionsschutzgesetz ist eine Verschärfung der Maßnahmen erst einmal nicht abzusehen. Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und beim Besuch von Arztpraxen bleibt vorerst. Die Länder könnten zwar im Personennahverkehr Ausnahmen für vollständig Geimpfte einführen, das gilt aber als unwahrscheinlich. Vollständig geimpft ist ab dem 1. Oktober, wer drei Impfungen erhalten hat oder zusätzlich zu zwei Impfungen eine nachgewiesene Corona-Infektion vorweisen kann.