Ein Hausverwalter in Prenzlauer Berg ist schuld daran, dass es zwei Jahre gedauert hat, bis am früheren Wohnhaus des SPD-Politikers und Widerstandskämpfers Fritz Erler (1913–1967) in der Chodowieckistraße 17/17a eine Gedenktafel angebracht werden darf. Am Mittwochvormittag wurde die Tafel ohne feierliche Enthüllung oder eine andere Form der Würdigung an die Fassade gebohrt. Ein peinlicher Vorgang. Und zugleich das Ende eines langen Streits.

Im Jahr 2014 hatten Wohnungseigentümer des Hauses beschlossen, mit einer Gedenktafel an der Fassade an den Politiker Fritz Erler zu erinnern. Er lebte als Kind in dem Haus. Das Bezirksmuseum Pankow unterstützte die Ehrung von Beginn an, entwarf eine Gedenktafel und übernahm auch die Kosten für die Anfertigung der Tafel.

Einfaches Alu-Schild

Im April 2016 sollte die Gedenktafel in einem feierlichen Akt angebracht werden. Der Pankower Bezirksbürgermeister und der Kulturstadtrat sowie Bundestagsabgeordnete und etwa 40 Anwohner wurden eingeladen. Doch überraschend verbot der Hausverwalter dem Museum das Anbringen der Tafel. Er sei über die „Schlichtheit der Gedenktafel“ entsetzt. „Das einfache Alu-Schild mit dem roten Streifen und sichtbaren Schrauben passt nicht zum Erscheinungsbild des Hauses“, begründete er seine ablehnende Haltung. Die feierliche Veranstaltung fand trotzdem statt, in Reden würdigten die Gäste Erlers politisches Wirken, die Gedenktafel wurde symbolisch hochgehalten.

Der Hausverwalter wiederum stellte auf einem an die Wand geklebten Zettel klar, dass sich das Museum Pankow nicht imstande gesehen habe, sich mit ihm über die Gestaltung der Tafel zu verständigen. Man stehe dem Anbringen einer Gedenktafel aber positiv gegenüber, versicherte er. Eben diese Tafel erinnert jetzt an Erler.