Es geschehen noch Wunder. Das Strandbad Weißensee ist dank unerhoffter Geldspenden vorerst gerettet. Damit kann  Pächter Alexander Schüller  in der kommenden Woche zumindest provisorisch die beliebte Freizeitstätte wieder  öffnen. Damit ist aber nicht der Streit um  den Rohrschaden beendet, der zur Badschließung führte.

Noch vor Tagen sah es so aus, dass in diesem Sommer das Badevergnügen im Weißen See buchstäblich ins Wasser fallen würde.  Wie berichtet, wurde bei Bauarbeiten für 17 Eigentumswohnungen in  der Nachbarschaft  das  Abwasserrohr-System des Strandbades  beschädigt. Der Bezirk musste das Bad auf unbestimmte Zeit schließen lassen. Denn die  Reparatur der Abwasseranlage würde ein Jahr dauern. Dazu kam der Streit zwischen Bauherren, Baufirmen und dem Strandbad-Pächter, wer den Rohr-Schaden von etwa 125.000 Euro bezahlt.

Provisorische Lösung

Nun  fließt plötzlich  doch Geld. „Die  Architekten stellten überraschend 5000 Euro zur Verfügung“, sagte Strandbad-Pächter Schüller am gestrigen Donnerstag der Berliner Zeitung. Danach überreichte der Radiosender Berliner Rundfunk 91,4 eine Spende von 1755 Euro. „Dazu erließen die Berliner Bäder-Betriebe, die Eigentümer des Strandbad-Grundstückes sind, die Pacht von etwa 5000 Euro für diesen Monat“, sagte Schüller weiter.

Mit dem unerhofften Geld in der Kasse kann der Pächter nun seinen Plan verwirklichen,  das Strandbad Weißensee provisorisch mit Ausschank- und Toilettenwagen zu eröffnen. Die monatliche Miete von 10.000 Euro für die Wagen hätte er alleine nicht bezahlen können, hatte Schüller immer wieder gesagt.

Insolvenz hätte 46 Entlassungen bedeutet

Jetzt kann es also losgehen. „Die  Ausschank- und Toilettenwagen können wir nun mit dem Geld bestellen und in der nächsten  Woche auf dem Gelände aufstellen“, sagte Schüller. „Wenn dann noch der Bezirk Pankow, wie zugesagt, alles genehmigt, ist das Strandbad kommenden Freitag wieder für die Besucher offen und wir können  Einnahmen erwirtschaften.“ 

Würde das Bad über die gesamte Badesaison geschlossen bleiben, hätte Schüller  laut seiner Angaben monatliche Einnahmeverluste von 100.000 Euro gehabt. Dies hätte die Insolvenz des Pächters und die Entlassung seiner 46 Mitarbeiter bedeutet. Trotz allem ist der Streit um die Regulierung des Rohrschadens  und möglicher  Folgekosten noch nicht vom Tisch. „Am Dienstag gibt es dazu Gespräche mit dem Bauherren“, sagte Schüller.