Auf die Autofahrer im Norden Berlins kommen schwere Zeiten zu. Die Autobahn A 114, die in Pankow zum Berliner Ring führt, wird 40 Monate zur Großbaustelle mit nur einem Fahrstreifen pro Richtung. Das kündigte Martina Knoche von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bei einer Informationsveranstaltung in Buch an. Damit nicht genug: Auch auf anderen Straßen in diesem Teil Berlins und auf der A 111 wird gebaut.

Knoche formulierte es zurückhaltend: „Die A 114 genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr.“ Sie hätte auch sagen können: Der Pankow-Zubringer ist kaputt, er hätte längst saniert werden müssen. Die Betonfahrbahn, die ab 1973 entstand, ist verschlissen. Im Sommer kommen „Blow Ups“, gefährliche Wölbungen, dazu. Hinzu kommt, dass die 23 Meter breite Trasse keine Standstreifen hat. Bleibt ein Auto liegen, stört das sofort den Verkehr.

Ursprünglich sollte die Bundesautobahn, auf der täglich im Schnitt 32.000 Fahrzeuge unterwegs sind, von 2013 an saniert werden. Weil die Planungen viel Zeit beanspruchen, zog sich das Verfahren jedoch hin.

2021 soll alles fertig sein

Das 45-Millionen-Euro-Bundesprojekt soll nun Ende 2017 starten. Erst werden die Bucher-Straßen- und die Königsteinbrücke abgerissen. Im Frühjahr 2018 beginnen die Arbeiten an der Autobahn. Beide Fahrtrichtungen werden dann zusammen auf einer Fahrbahnseite geführt, bei Tempo 40 oder 60. An Wochenenden kommen Vollsperrungen hinzu. Frühjahr 2021 soll alles fertig sein.

„Ja, es wird Einschränkungen im Verkehr und Staus geben“, sagte Knoche. Im Nordosten werde zur selben Zeit auch anderswo gebaut, zum Beispiel in Malchow, auf der Bundesstraße 109 und der Wiltbergstraße. Die A 111 in Tegel könnte zeitweise ebenfalls als Umfahrung ausfallen. Auch dort steht eine „grundhafte Erneuerung“ an, teilte Staatssekretär Christian Gaebler auf eine Grünen-Anfrage mit. Einen Termin nannte er noch nicht.

Weniger Lärm

Die Baumaßnahmen in Pankow werden koordiniert, sagte Knoche. Die Erneuerung der A 114 werde die Situation stark verbessern. Die neue 25 Meter breite Trasse hat Standstreifen. Der Lärm gehe zurück, weil in Zukunft Tempo 80 gilt (früher war Tempo 100 erlaubt) und der Beton durch lärmschluckenden Asphalt ersetzt wird. Insgesamt nimmt der Verkehrslärm um fünf Dezibel ab.

Darum haben die Anwohner keinen Anspruch auf zusätzlichen Schallschutz, hieß es. Doch einige von ihnen und der Bezirk fordern auch auf der Westseite Wände. An 47 Gebäuden werden die zulässigen Lärmwerte auch nach der Sanierung überschritten, so Experte Ralf Baumgärtel. Darum prüfen die Experten nun, ob sich „freiwillige Leistungen“ wie zusätzliche Schallschutzwände rechtfertigen ließen. Das werde in den nächsten Monaten entschieden.