Sie sollten vieles einfacher und bequemer machen, für die Fahrgäste, aber auch für die Verkehrsunternehmen. Stattdessen sorgen die elektronischen Tickets, die in dieser Region Fahrcards heißen, immer wieder für Probleme. Jetzt ist nach Informationen der Berliner Zeitung ein weiteres hinzu gekommen. Danach ist bei der Ausstellung von 14.733 Fahrcards, die von Dezember an gelten sollten, ein gravierender Fehler aufgetreten. Betroffen sind Fahrgäste, die ein Abonnement für das Berliner Stadtgebiet, den Tarifbereich Berlin AB, erworben haben.

Probleme für den Fahrgast

„Der Fehler führt dazu, dass bei diesen Fahrcards die Fahrtberechtigung bei der elektronischen Kontrolle nicht korrekt beziehungsweise gar nicht ausgelesen werden kann“, heißt es in einem Brief, den die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den anderen Verkehrsunternehmen am vergangenen Donnerstag gesandt haben. Anders formuliert: Wenn sich ein Kontrolleur eines dieser Tickets vornimmt, kann er nicht sofort erkennen, ob es gültig ist. Es ist also möglich, dass der Fahrgast Probleme bekommt.

Diese Gefahr sieht offenbar auch die BVG. Um zu vermeiden, dass die Reisenden am Ende als Schwarzfahrer belangt werden, führt sie in ihrem Brief die Nummern der fehlerhaften Fahrcards auf. Sie verbindet dies mit der Bitte, die genannten Tickets als gültig anzuerkennen.

Als Schwarzfahrer diffamiert

„Wir werden dafür Sorge tragen, dass der Austausch der betroffenen Fahrcards schnellstmöglich umgesetzt wird“, so das Landesunternehmen. Er soll bis zum 1. Februar erfolgen. Der Fehler liege beim Massenpersonalisierer, also jenem Unternehmen, das die Chipkarten bearbeitet. Die BVG will die „Aktivitäten bei der Qualitätssicherung unseres Dienstleisters einer gründlichen Prüfung unterziehen, um derartige Probleme in Zukunft ausschließen zu können“, schreibt sie.

Nach langen Planungen, die den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und die BVG mehrere Millionen Euro kosteten, war Anfang 2013 mit der Ausgabe der elektronischen Tickets begonnen worden. Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Lesegeräte in den Bussen die Karten nicht erkennen. Der Fahrgastverband IGEB bezeichnete sie als „Datenschutzalptraum“ – unter anderem, weil die gespeicherten Daten für die Kunden nicht lesbar seien. Die BVG wies die Kritik zurück. Fahrgäste berichteten, dass sie trotz bezahlten Abos als Schwarzfahrer behandelt wurden, weil die Lesegeräte von Kontrolleuren ihre Fahrcards als gesperrt einstuften.