Parkfriedhof Neukölln: Unbekannte schmieren Hakenkreuze auf Polizistengräber

Unbekannte haben die Gräber der beiden ermordeten Berliner Polizisten Roland Krüger und Uwe Lieschied geschändet.

Auf dem Parkfriedhof in Neukölln wurde unter anderem Lieschieds Grabstein umgerissen und wie der Stein von Roland Krüger mit einem roten Hakenkreuz besprüht. Die Täter rissen auch die Blumen heraus und verstreuten sie auf den Wegen. Die Taten ereigneten sich in der Nacht zu Mittwoch auf dem Friedhof am Buckower Damm. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die Taten am Morgen von Friedhofsmitarbeitern entdeckt.

Der Staatsschutz hat wegen der Hakenkreuz-Symbole die Ermittlungen übernommen. Der stellvertretende Neuköllner Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) machte sich vor Ort ein Bild über die Situation. Er setzt sich seit längerem dafür ein, ein, im Bezirk die Fontanestraße nach Uwe Lieschied und den Marktplatz Britz-Süd nach Roland Krüger umzubenennen.

Mörder zu langer Haft verurteilt

Der SEK-Beamte Roland Krüger, im Kollegenkreis "Bulette" genannt,  wurde im April 2003 getötet. Er und seine Kollegen stürmten damals im Neuköllner Rollbergviertel die Wohnung einer polizeibekannten kurdisch-libanesichen Großfamilie. Dabei wurde er von Yassin A. erschossen. Dieser wurde wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt und ist inzwischen wieder frei. Als er im vergangenen Jahr in den Libanon abgeschoben werden sollte, stoppte ein Gericht die Abschiebung des Mörders, was in der Öffentlichkeit für breite Empörung sorgte.

Der damals 42-jährige Hauptkommissar Uwe Lieschied war zusammen mit zwei Kollegen im März 2006 als Zivilfahnder in Neukölln unterwegs. Als sie zwei Männer sahen, die in der Flughafenstraße eine Frau beraubten, forderten sie den Täter auf, stehen zu bleiben. Dieser schoss aus kurzer Entfernung acht Mal und tötete Uwe Lieschied. Der Täter Mehmet E. wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft - also zu mindestens 15 Jahren - verurteilt.

2016 wurde eine Gedenktafel für Uwe Lieschied geschändet. Damals hatten sich Angehörige der linksradikalen Szene dazu bekannt und den Ermordeten  im Internet verhöhnt.

Politiker sind empört über die Grabschändung

Kollegen von Uwe Lieschied aus dem Abschnitt 55 machten sich inzwischen daran, die geschändeten Gräber wieder herzurichten.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) äußerte "Abscheu und Scham" und sprach von einer niederträchtigen Tat. "Ich möchte auch den Angehörigen mein Mitgefühl ausdrücken, denen ein zweites Mal Leid und Trauer zugefügt wurde. Ihnen sage ich ganz deutlich: Wir werden alles tun, um diese schändliche Tat aufzuklären", so Geisel.

„Roland Krüger und Uwe Lieschied haben ihren entschlossenen Kampf gegen Kriminelle und für die Sicherheit der Menschen in dieser Stadt mit dem Leben bezahlt. Wer gezielt ihre Gräber schändet und beschmiert, beschmutzt nicht nur ihr Andenken, sondern spuckt auf die Werte, für die unsere Kollegen tagtäglich auf der Straße sind“, erklärte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Norbert Cioma.

Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe sagte: "Der von feigen Extremisten verbreitete Hass gegen Polizisten zeigt sich immer deutlicher in unserer Stadt. Unsere Polizei braucht und verdient die Unterstützung eines jeden Demokraten und die Aufklärung dieser abscheulichen Tat mit höchster Priorität."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger wollte am Nachmittag an den Gräbern Blumen niederlegen.