Berlin - Die Deckenlampen strahlen das Parkhaus bis in die letzte Ecke aus, die Wege für die Fußgänger sind blau markiert, die Parkplätze sehr breit – so sieht das beste Parkhaus der Stadt aus. Der ADAC hat am Mittwoch das dreigeschossige Gebäude am Elcknerplatz in Köpenick als benutzerfreundlichstes Parkhaus in Berlin ausgezeichnet. „Acht weitere Häuser werden gerade umgebaut, damit sie unsere Kriterien wieder erfüllen“, sagt Sprecherin Claudia Nolte.

Breitere Stellplätze

Denn der ADAC hat seine Prüfkriterien verschärft. „Parkplätze müssen jetzt 2,50 Meter breit sein“, sagt Ingenieur Heinrich Philipp. „Moderne Autos werden größer gebaut als früher. Die Fahrer sollen noch problemlos aus dem Auto steigen können.“ Zudem müssen die Parkplätze für Behinderte sowie für Eltern mit Kindern jetzt 3,50 Meter breit sein. Die Einfahrt in das Parkhaus soll zwei Meter Mindesthöhe haben. Auch auf die Beleuchtung legen die Prüfer Wert. „Die Fahrer sollen sich hier sicher fühlen“, erklärt Philipp.

Der Automobilclub testet Parkhäuser seit 1987. „Seitdem wurden die Kriterien verfeinert“, sagt Philipp. Dabei werden auch die Beschwerden von Autofahrern berücksichtigt. Trotz der schärferen Kriterien hoffen die Betreiber von anderen Parkhäusern auf das neue Gütesiegel. „Wir haben uns mit unseren Tiefgaragen am Alexanderplatz und an der Staatsoper vor einer Woche um die Zertifizierung beworben“, sagt Peggy Lange, Marketing-Managerin des Parkhausbetreibers Q-Park. Beide Garagen sind erst wenige Jahre alt und erhielten bei früheren Tests durch den Autoclub gute Noten. Wie Peggy Lange sagt, erfüllen beide Tiefgaragen schon jetzt die Bedingungen des ADAC. Allerdings sei man mit der Auslastung noch nicht zufrieden. Grund seien zum Beispiel die vielen Baustellen Unter den Linden.

Viele Parkhäuser müssten modernisiert werden

Insgesamt liegt die Auslastung in den großen Parkhäusern und Tiefgaragen in Berlin nur bei etwa 50 bis 60 Prozent. Daran hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Obwohl die Tarife in den Tiefgaragen inzwischen niedriger sind als die Parkgebühren für die öffentlichen Stellplätze am Straßenrand – insbesondere in Mitte. In den Friedrichstadtpassagen zum Beispiel zahlt man 1,60 Euro pro Stunde, an der Staatsoper drei Euro für anderthalb Stunden. Für das Parken am Straßenrand stecken die Autofahrer am Gendarmenmarkt und am Potsdamer Platz drei Euro pro Stunde in die Automaten.

Um die Mindeststandards zu erfüllen, müssten nach Ansicht des ADAC viele Parkhäuser modernisiert werden. Oft sind die Parkbuchten viel zu eng – lediglich zwei Meter breit sind sie etwa in der Tiefgarage im Lafayette. Auch stehen manchmal Säulen im Weg, die den Autofahrern das Leben schwer machen. Luxusparkplätze gibt es aber auch: unter dem Hotel Waldorf Astoria. Dort sind die XXL-Parkbuchten 2,60 Meter breit und sechs Meter lang. Selbst hineinfahren darf man sein Auto aber nicht. Das macht ein Chauffeur.