Der Name klingt gut: Parkstadt Karlshorst soll das neue Wohngebiet heißen, für dessen Bau Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel am Donnerstag den Startschuss gab. Dabei sieht das Areal an der Ehrlichstraße/Ecke Blockdammweg immer noch mehr als trostlos aus. 15 Jahre lang hatte der Bezirk Lichtenberg versucht, das als Gewerbegebiet ausgewiesene Areal mit seinen Schuppen und Lagerhallen zwischen Blockdammweg, Trautenauer Straße und Hönower Wiesenweg zu entwickeln. Allerdings ohne Erfolg.

Minderung des Preisdrucks als Ziel

Nun wird auf der Industriebrache ein neues Wohngebiet errichtet – eben die Parkstadt Karlshorst. Bis 2021 sollen hier rund 1000 neue Wohnungen entstehen. „Endlich ist es soweit“, sagte der SPD-Politiker Geisel, der übrigens seit Jahren selbst in Karlshorst wohnt. Denn der Lichtenberger Ortsteil ist als Wohnort sehr gefragt – schon vor dem Zweiten Weltkrieg galt Karlshorst als Dahlem des Ostens. Deshalb wird hier schon seit Jahren intensiv gebaut, beispielsweise die Wohnanlage Carlsgarten direkt am S-Bahnhof Karlshorst gelegen.

Die rund 1000 neuen Wohnungen sollen auch ein bisschen den Preisdruck vom Berliner Wohnungsmarkt nehmen. Denn die Nachfrage nach Wohnraum ist in der Stadt groß. „Das schärfste Schwert, dem Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt zu begegnen, ist der Neubau“, sagte Geisel. Und damit das neue Wohngebiet nicht nur den gut- und besserverdienenden Berlinern vorbehalten bleibt, werden 25 Prozent der Neubauten in der Parkstadt als Sozialwohnungen ausgewiesen.

Soll heißen: Die Kaltmieten werden nicht mehr als 6,50 Euro pro Quadratmeter betragen. Ein weiteres Viertel der Wohnungen soll ebenfalls günstig vergeben werden, versicherte Helmut Kunze, Regionalleiter des Investors Bonava. Die Firma ist aus dem Unternehmen NCC hervorgegangen und hat im vergangenen Jahr bundesweit 1 687 Wohneinheiten errichtet. Die restlichen 50 Prozent der Wohnungen in der Parkstadt Karlshorst werden voraussichtlich als Eigentum verkauft. Genaue Preise stehen aber noch nicht fest. „Wir müssen schon hart kalkulieren, um die 6,50 Euro zu schaffen“, sagte Kunze.

Denn zuerst einmal müssen auf dem 13 Hektar großen Areal Stromleitungen abgebaut werden. Die 110-kV- und 220-kV-Freileitungen werden unter die Erde verlegt. Und damit die Karlshorster Parkstadt von Anfang an auch die nötige Infrastruktur für die neuen 3000 bis 4000 Bewohner bekommt, wird die Bonava auch gleich noch eine Schule errichten, sagte Lichtenbergs Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Außerdem sind ein Dienstleistungszentrum sowie eine Kindertagesstätte geplant.

Tiefgaragen geplant

Damit die Parkstadt auch ihrem Namen gerecht wird, sind mehrere Parks und Grünflächen vorgesehen. Auch verkehrstechnisch ist das neue Wohngebiet ganz gut erschlossen. Auf dem Blockdammweg – also direkt vor der Anlage – fährt die Straßenbahn. Autofahrer können ihre Fahrzeuge in Tiefgaragen unter den bis zu sechsstöckigen Wohnhäusern abstellen.

Und damit sich die neuen Bewohner auch im Straßenverkehr richtig sicher fühlen können, teilte Stadtentwicklungssenator Geisel auch noch mit, dass die Ehrlichstraße zu einer Tempo-30-Zone erklärt wird.